Bei dem Unwetter auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sind insgesamt drei Deutsche getötet worden. Bei zwei am Donnerstag entdeckten Leichen handle es sich um ein seit Mittwoch vermisstes deutsches Ehepaar, bestätigte eine Sprecherin des Notdienstes der Balearen. Auch ein bereits kurz nach dem Unwetter geborgener Toter, der zunächst nicht identifiziert werden konnte, sei ein Deutscher.

Damit erhöhte sich die Zahl der durch die Unwetterfolgen Getöteten auf insgesamt zwölf. Darunter sind auch ein britisches Paar und eine Niederländerin. Ein fünfjähriges Kind wurde weiter vermisst. Nach Angaben von Balearen-Präsidentin Francina Armengol beteiligten sich rund 800 Einsatzkräfte an der Suche nach dem Jungen und den Deutschen.

Das getötete Ehepaar sei in der Nähe seines Fahrzeugs gefunden worden, das auf der überfluteten Strecke zwischen den Orten Artà und Canyamel leer aufgefunden worden war, hieß es. Zur genauen Herkunft der deutschen Opfer gab es zunächst keine Angaben, aber das Paar soll Informationen des Notdienstes zufolge auf Mallorca gelebt haben. Nach Angaben des spanischen Fernsehens waren die beiden 63 und 61 Jahre alt.

Bei dem weiteren getöteten Deutschen handelt es sich um einen Reporter der Neuen Presse. Wie die Hannoveraner Tageszeitung meldete, war der 57-Jährige während seines Urlaubs am Dienstag von dem Unwetter überrascht worden. Er sei an jenem Tag im Auto auf dem Weg zum Flughafen von Palma gewesen, um dort eine Bekannte abzuholen.

Auf den Nordosten der Urlaubsinsel hatte es am Dienstagabend extrem viel geregnet. Binnen weniger Stunden fielen bis zu 220 Liter Regen pro Quadratmeter, das entspricht einem Wasserpegel von 22 Zentimetern. Das Wasser riss viele geparkte Autos mit sich. Am stärksten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar, wo ein Bach zu einem reißenden Fluss wurde.

Mallorca - Vermisste Deutsche vermutlich tot Rettungskräfte haben nach dem schweren Unwetter auf der spanischen Ferieninsel zwei Leichen geborgen. Die Zahl der Toten hat sich damit auf Zwölf erhöht. © Foto: Clara Margais/Getty Images

In vielen Orten wird intensiv aufgeräumt. Soldaten schaufeln Schlamm von den Straßen. Einwohner versuchen, ihre Häuser von den Hinterlassenschaften der Flut zu reinigen und Schäden zu beheben. Spuren des Unwetters sind an Häuserwänden in bis zu drei Metern Höhe zu sehen.

Die Regionalregierung der Balearen hat drei Tage Trauer angeordnet. Die Zentralregierung in Madrid versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Am Freitag wollen König Felipe und Königin Letizia Medienberichten zufolge in das Gebiet reisen, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen.

Die Kritik an den Behörden wuchs. Nach Auffassung der Zeitung El País zeigt die "Tragödie" schwere Fehler "bei der Koordinierung und Stadtplanung" auf. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Ecologistas en Acción hätte sich die "Tragödie von Sant Llorenç vermeiden lassen, wäre das Bauverbot für Überschwemmungsgebiete respektiert worden".