Während ihrer Flucht per Boot von Marokko nach Spanien sind nach Angaben einer spanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) zwei siebenjährige Kinder ertrunken. Wie die Organisation Caminando Fronteras am Samstagabend unter Berufung auf die spanische Küstenwache mitteilte, starben die beiden Kinder an Bord eines seit Freitag verschwundenen Bootes. 53 Flüchtlinge konnten gerettet werden.

Ebenfalls an diesem Wochenende ist bei einem weiteren Bootsunglück östlich der Straße von Gibraltar ein Baby ums Leben gekommen. Die spanische Seenotrettung teilte mit, am Samstag habe der Boden des Schlauchboots voller Migranten nachgegeben, wodurch 56 Menschen ins Meer gerutscht seien. 55 Männer, Frauen und Kinder konnten lebend geborgen werden, doch den Säugling hätten sie nicht wiederbeleben können.

Insgesamt retteten die Einsatzkräfte allein an diesem Samstag 520 Menschen, die versuchten, von Nordafrika nach Spanien zu gelangen. Zudem erreichte ein Boot mit 70 Migranten die Kanarischen Inseln im Atlantik. Damit ist Spanien in diesem Jahr zum Hauptankunftsland von Migranten in Europa geworden. Seit Jahresbeginn kamen dort nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 42.500 Flüchtlinge an, die meisten in Booten über das Mittelmeer. 433 kamen bislang während ihrer Überfahrt ums Leben. Die Zahl der Toten ist damit bereits drei Mal so hoch wie die im gesamten Jahr 2017.

Zuvor war Italien das Hauptankunftsland. Die Migrationswege verlagern sich allerdings nach Westen, seit die italienische Regierung aus rechtsextremer Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung eine harte Politik gegen Flüchtlinge betreibt.