In Nordafrika haben erneut 300 Migranten den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla gestürmt. Dabei sei ein Flüchtling gestorben und 22 weitere seien verletzt worden, teilte das spanische Innenministerium mit. Zudem kamen den Angaben zufolge zwölf marokkanische Grenzwächter zu Schaden, als sie versuchten, die Migranten am Überklettern des Zauns zu hindern. 141 Personen wurden laut Ministerium verhaftet, sie werden nun in ihre Herkunftsländer geschickt.

Bereits am Sonntag hatten 300 Migranten den sieben Meter hohen Zaun zwischen Marokko und Melilla gestürmt. Auch dabei starb ein Mann. Behördenangaben zufolge erlitt er einen Herzstillstand und konnte nicht wiederbelebt werden. 209 der Männer seien auf die spanische Seite der Grenze gelangt, 55 davon seien bereits nach Marokko zurückgeschickt worden.

An der marokkanischen Küste gibt es zwei spanische Exklaven. Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla liegen zwar in Nordafrika, gehören aber offiziell zu Spanien. In der Nähe der beiden Gebiete warten Zehntausende Migrantinnen und Migranten auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen. Die meisten stammen aus Subsahara-Afrika.

Erst am Samstag hatte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska seinen marokkanischen Amtskollegen Abdelouafi Laftit in Madrid empfangen, um "vor allem über den Migrationsdruck" zu sprechen. Spanien und die EU wollen die Zusammenarbeit mit Marokko verbessern, um "eine legale und geordnete Einwanderung" zu erreichen. Madrid und Marokko setzen auf eine "Kooperation auf Augenhöhe".