Der Moorbrand auf einem Militärgelände bei Meppen ist nach Angaben der Bundeswehr gelöscht. Bilder eines Aufklärungsfluges hätten keine Brandnester mehr gezeigt, teilte die Bundeswehr mit. Mit Drohnen würden aber weiterhin Aufklärungsflüge geflogen.

Das Feuer war nach einem Waffentest ausgebrochen. Erst nachdem die Bundeswehr auch zivile Feuerwehren und das Technische Hilfswerk zur Unterstützung gerufen hatte, gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Vorübergehend wurde der Katastrophenfall ausgerufen, weil befürchtet worden war, dass die Flammen durch Wind und Funkenflug angrenzende Wälder und Siedlungen in Gefahr bringen könnten. Etwa 1.600 Einsatzkräfte waren zum Bekämpfen des Brandes zusammengezogen worden.

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, wie gefährlich das Feuer für die Gesundheit von Anwohnerinnen und Einsatzkräften war. Zunächst war von einer möglichen erhöhten radioaktiven Strahlung und Quecksilberbelastung die Rede, die von Waffentests in der Vergangenheit herrühren könnten. Das Verteidigungsministerium wies das zurück und sah keine akuten Hinweise. Zuletzt war auch über ein Überschreiten der Kohlenmonoxidwerte berichtet worden. Behörden zufolge bestand jedoch trotz kurzer Überschreitungen keine Gesundheitsgefahr.

59 Anträge auf Schadenersatz

Am 3. September hatten Soldaten auf der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen für Testzwecke eine Rakete ins Moor geschossen. Der Schwelbrand konnte sich ausbreiten, weil eine Löschraupe nicht einsatzbereit war. Durch das kompliziert zu löschende Feuer wurden nach Einschätzung von Expertinnen mehrere Hunderttausend Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Erschwert wurde der Löscheinsatz dadurch, dass in dem seit 1876 als Übungsgelände genutzten Moor Munitionsreste vermutet werden. Aus Sicherheitsgründen konnten die Feuerwehrleute das Moorgelände deshalb nicht überall betreten. 

Mitte September hatte der Grünen-Landespolitiker Christian Meyer nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei der Bundeswehr wegen fahrlässiger Brandstiftung gestellt. Nach Angaben der Bundeswehr sind seitdem weitere Klagen eingegangen, insgesamt lägen 59 Anträge auf Schadenersatz vor, hieß es in der Mitteilung.