Ein 46 Jahre alter Mann hat bei einem Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania elf Menschen getötet. Sechs weitere wurden verletzt, sagte Wendell Hissrich, Direktor für öffentliche Sicherheit der Stadt Pittsburgh. Unter den Verletzten sind vier Polizisten. Der Attentäter selbst wurde angeschossen. Er stellte sich der Polizei und wird im Krankenhaus behandelt.

Sein Social-Media-Profil deutet darauf hin, dass es sich um einen Waffennarren mit rechtsgerichteter Gesinnung handelt. Augenzeugen zufolge soll er beim Eindringen in die Synagoge gerufen haben: "Alle Juden müssen sterben." Offizielle Angaben zu Einzelheiten oder dem mutmaßlichen Täter gab es zunächst nicht.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer grausamen antisemitischen Brutalität. Das Attentat ereignete sich während einer Taufzeremonie in dem Gotteshaus am jüdischen Feiertag Sabbat.

"Mein Volk wird abgeschlachtet"

Ein lokaler Fernsehsender hatte gemeldet, ein weißer bärtiger Mann sei in die Synagoge gestürmt und habe gerufen: "Alle Juden müssen sterben." Die TV-Sender CNN und MSNBC nannten den Namen des mutmaßlichen 46-jährigen Attentäters.

Unter diesem Namen wurde in den sozialen Netzwerken am Samstag eine Botschaft gepostet, in der es hieß, die Hebräische Hilfsgesellschaft für Immigranten wolle "Eindringlinge hereinbringen, die unser Volk töten werden". Der Mann schrieb: "Ich kann nicht still sitzen und zusehen, wie mein Volk abgeschlachtet wird." Auch andere Beiträge in sozialen Medien des Verdächtigen enthielten viele antisemitische Äußerungen.

Im Pittsburgher Viertel Squirrel Hill, einer Gegend, in der viele Menschen jüdischen Glaubens wohnen, fuhr ein großes Polizeiaufgebot auf. Menschen wurden von Feuerwehrleuten und Polizisten in Sicherheit gebracht. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutz zu suchen. Auch in anderen Gegenden der USA wurden nach dem Vorfall die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen erweitert.

Die Tree-of-Life-Synagoge gilt als eine konservative jüdische Einrichtung, die jedoch offen für Neuerungen sei, wie der Präsident der jüdischen Gemeinde im Großraum Pittsburgh, Jeff Finkelstein, am Ort des Geschehens sagte. Normalerweise finden sich dort am Samstagmorgen 50 bis 60 Gläubige zum Sabbat ein.

Trump kritisiert "Hass" in Amerika

US-Präsident Donald Trump verurteilte den "Hass" in den USA. Trump sagte, die USA sollten die Gesetze hinsichtlich der Anwendung der Todesstrafe verschärfen: Wenn jemand so etwas tue, müsse er die Todesstrafe erhalten. Der Präsident sprach sich zudem für bewaffnetes Sicherheitspersonal bei Gottesdiensten aus.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich. "Ich trauere um die Toten von Pittsburgh, die offenbar Opfer von blindem antisemitischem Hass wurden", teilte Merkel über Twitter mit. "Wir alle müssen uns dem Antisemitismus entschlossen entgegenstellen – überall."

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Pennsylvania, Tom Wolf, twitterte, notwendig seien Maßnahmen, um derartige "Tragödien" künftig zu verhindern. Diese Gewalt dürfe nicht als normal akzeptiert werden. In den USA sterben jährlich mehr als 30.000 Menschen durch Schusswaffen.