Die Zahl der Anschläge auf Asylunterkünfte ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. In den ersten neun Monaten des Jahres zählten die Behörden 110 Straftaten gegen Asylunterkünfte, wie das Bundeskriminalamt (BKA) laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung mitteilte. 2017 gab es im gleichen Zeitraum mehr als doppelt so viele Angriffe.

Pro Quartal wurden im letzten Jahr durchschnittlich 80 Straftaten verzeichnet, 2018 waren es lediglich 36. Damit findet aber immer noch rechnerisch alle zweieinhalb Tage ein Angriff statt. Da es in der Regel noch viele Nachmeldungen gibt, handelt es sich um vorläufige Zahlen.

Mit 108 von 110 Fällen haben dem BKA zufolge beinahe alle Taten einen rechtsradikalen Hintergrund. Die meisten wurden als Sachbeschädigung (38) oder Schmierereien und Propaganda (36) eingeordnet, daneben gab es Fälle von Gewaltdelikten und Volksverhetzung.

In der Flüchtlingskrise 2015 hatten die Behörden 1.031 Straftaten gegen Asylunterkünfte gezählt, auch 2016 waren es noch 995. 2017 war die Zahl der Angriffe auf 312 im Jahr gesunken.

Zugleich liegt die Zahl der Angriffe auf Asylbewerber weiter auf einem hohen Stand. Im ersten Halbjahr 2018 zählte die Bundesregierung insgesamt 704 politisch motivierte Angriffe auf Asylsuchende, bei denen 120 Menschen verletzt wurden. Dabei habe es 627 Angriffe auf Flüchtlinge und 77 Attacken auf Asylunterkünfte gegeben.