An der Polizeifachschule Leipzig sollen Schüler in einer internen Chatgruppe rassistische Nachrichten verfasst haben. Nach Prüfung der Chatprotokolle sei gegen einen Polizeischüler ein formelles Disziplinarverfahren eingeleitet worden, teilte das Präsidium der sächsischen Bereitschaftspolizei mit.

"Rassistisches Gedankengut hat in den Reihen der Polizei keinen Platz und darf unter keinen Umständen toleriert oder verharmlost werden", sagte der Chef der Bereitschaftspolizei, Dirk Lichtenberger. Es sei umgehend eine Schulkonferenz einberufen worden.

Vor einer Woche hatte ein ehemaliger Schüler der Polizeifachschule auf Instagram Chatverläufe aus einer internen WhatsApp-Gruppe veröffentlicht. "Wir sind aus Cottbus, Und nicht aus Ghana, Wir hassen alle ... Afrikaner", heißt es etwa in einer der Nachrichten. Wegen solcher Vorfälle habe er seine Ausbildung abgebrochen, schrieb der Ex-Schüler.

Die Bereitschaftspolizei erfuhr nach eigenen Angaben erst durch die Veröffentlichung von der Existenz der Chatgruppe. "Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst", sagte Lichtenberger. In einer Antwort auf den ursprünglichen Instagram-Post schrieb die Polizei Sachsen, sie prüfe auch die strafrechtliche Relevanz der Veröffentlichungen.

Gegenüber dem Magazin Neon sagte der Ex-Polizeischüler, auch einige Ausbilder der Polizei hätten sich rassistisch geäußert. Einer habe etwa sinngemäß gesagt: "Wo wir jetzt so viel Besuch in Deutschland haben, müsst ihr gut schießen lernen." Dazu teilte die Behörde mit, dass man die Vorwürfe prüfe und gegebenenfalls disziplinarrechtliche Schritte einleiten werde.