Nach dem Unwetter und den Überflutungen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca werden auch zwei Deutsche vermisst. Das hat inzwischen auch das Auswärtige Amt in Berlin bestätigt. Das deutsche Konsulat in Palma stehe in engem Kontakt mit den mallorquinischen Behörden. Laut dem Sprecher der Madrider Zentralregierung wurden in dem Auto des Paars Ausweisdokumente gefunden. Der Wagen sei in gutem Zustand gewesen.

Bereits seit Mittwoch suchen die Helfer zudem nach einem fünf Jahre alten Kind. Durch die Unwetter starben bislang zehn Menschen. Die sechs Männer und vier Frauen konnten nur noch tot geborgen werden. Drei von ihnen seien Ausländer, teilten die Rettungskräfte mit: ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann habe noch nicht identifiziert werden können.

Von den Überschwemmungen und Schlammlawinen war vor allem der Osten der Baleareninsel betroffen, besonders der Ort Sant Llorenç des Cardassar. Innerhalb von nur zwei Stunden waren nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Straßen verwandelten sich in Flüsse.

Die Suche nach den Vermissten läuft weiter. "Wir haben die betroffene Gegend in zwei Teile aufgeteilt", sagte Javier Moreno von der am Einsatz beteiligten Militäreinheit UME dem Fernsehsender Antenna 3. Auch Spürhunde und Drohnen seien im Einsatz.

Laut den Behörden war der vermisste Fünfjährige zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester im Auto auf dem Weg in die Stadt Sant Llorenç des Cardassar gewesen, als sie von den Fluten überrascht wurden. Die Schwester überlebte, die Mutter dagegen starb. Örtlichen Medien zufolge konnte sie noch ihre Tochter retten, bevor sie vom Wasser mitgerissen wurde.

Auch das ältere britische Paar wurde in einem Taxi auf dem Weg zum Hotel von den Fluten mitgerissen. Der Taxifahrer kam dabei ebenfalls ums Leben.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich bei Twitter "schockiert" von den Ereignissen. "Unsere Gedanken sind bei allen, die Freunde oder Angehörige verloren haben oder die immer noch geliebte Menschen vermissen."

Im am schwersten betroffenen Ort Sant Llorenç des Cardassar wurden die Aufräumarbeiten unterdessen fortgesetzt. Soldaten schaufelten die dicken Schlammschichten von den Straßen. Einwohner versuchten, ihre Häuser von den Spuren der Flut zu reinigen und die Schäden zu beheben. Spuren des Wassers waren an Häuserwänden in bis zu drei Metern Höhe zu sehen.