Das Verwaltungsgericht Aachen hat das Demonstrationsverbot am Hambacher Forst gekippt. Damit gab es einem Eilantrag des Vereins NaturFreunde Deutschlands statt. Es spreche "Überwiegendes" dafür, dass das von der Aachener Polizei wegen Sicherheitsbedenken ausgesprochene Verbot der Demonstration rechtswidrig sei. Für die Kundgebung werden 20.000 Teilnehmende erwartet. Die Polizei kündigte an, die Entscheidung zu akzeptieren und nicht vor das Oberverwaltungsgericht in Münster zu ziehen.

Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster einen vorläufigen Rodungsstopp zwischen Aachen und Köln verfügt. Die Richter entsprachen damit in einem Eilverfahren dem Antrag des Umweltverbandes BUND. Der Energiekonzern RWE wollte in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte des verbliebenen alten Waldes fällen, um den benachbarten Braunkohletagebau zu erweitern.

Nach einem Gutachten der Bundestagsfraktion der Grünen ist das aber gar nicht nötig. Wie der Spiegel unter Berufung auf das Dokument berichtet, benötigt RWE für den auslaufenden Betrieb seiner Braunkohlekraftwerke bis 2040 nur noch 700 Millionen Tonnen Braunkohle – weniger als ein Drittel der Menge, die die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen dem Energiekonzern genehmigt hat. "Die Behauptung, dass die Kohle unter dem Hambacher Wald dringend gebraucht wird, hält der Realität damit schon jetzt nicht mehr stand", sagt der Grünen-Politiker Oliver Krischer dem Spiegel. Sollten die letzten Werke bereits 2030 stillgelegt werden, wären nur noch 436 Tonnen notwendig.

Der Energiekonzern RWE will Bäume im Hambacher Forst roden, um den benachbarten Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Umweltschützerinnen wollen das verhindern. Die Baubehörden hatten während der vergangenen Tage mithilfe der Polizei in dem Wald westlich von Köln die Baumhäuser der Klimaaktivistinnen und -aktivisten geräumt. Während der Räumungen verunglückte ein Aktivist.