In Kabul sind bei einem Anschlag auf eine Versammlung religiöser Führer mindestens 50 Menschen getötet worden. Weitere 83 Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, teilte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums mit. 20 Menschen befinden sich demnach in einem kritischen Zustand.

Der Anschlag war einer der schwersten Anschläge in Kabul seit Monaten. Er galt dem Ulema-Rat, dem höchsten Gremium der afghanischen Geistlichkeit. Hunderte Gelehrte und Geistliche waren aus dem ganzen Land angereist, um im Uranus-Hochzeitspalast der Hauptstadt den Geburtstag des Propheten Mohammed zu feiern. 

Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums hatte sich der Attentäter in die Halle geschlichen. Ein Manager des Hochzeitssaals sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, der Attentäter habe sich inmitten der Versammlung in die Luft gesprengt.

Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Tat von einem einzelnen Täter verübt wurde, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Ein Polizeisprecher sagte, seine Behörde sei nicht um Unterstützung bei der Sicherung der Feier gebeten worden. Daher sei der Attentäter mühelos in den Saal gelangt.

Zu der Tat bekannte sich bislang niemand. In Afghanistan kommt es beinahe täglich zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte und Regierungsmitarbeiter sowie auf Zivilisten, vor allem in der Hauptstadt Kabul. Viele der Angriffe werden den radikalislamischen Taliban zugerechnet, aber auch ein lokaler Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist in Afghanistan aktiv.