Polizisten in Bayern dürfen sich nicht sichtbar tätowieren lassen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Ein 42 Jahre alter Oberkommissar hatte geklagt, weil das Polizeipräsidium Mittelfranken ihm verboten hatte, sich den hawaiianischen Schriftzug "Aloha" auf seinen linken Unterarm tätowieren zu lassen.

Der Polizist hatte 2008 seine Flitterwochen auf Hawaii verbracht und wollte mit dem Tattoo eine bleibende Erinnerung daran auf seinem Körper verewigen. "Aloha" sagt man auf Hawaii zur Begrüßung, das Wort bedeutet aber auch Mitgefühl, Liebe und Freundlichkeit. Nach dem Urteil zeigte sich der Beamte enttäuscht. "Ich verstehe es auch nicht", sagte er.

In erster Instanz hatte der Polizist 2016 bereits am Verwaltungsgericht Ansbach geklagt. Das wies die Klage mit der Begründung ab, dass es nicht in das Grundrecht auf Persönlichkeitsentfaltung eingreife, wenn ein Polizist keine sichtbaren Tattoos tragen dürfe.

Das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ist rechtskräftig und hat grundsätzliche Bedeutung für alle Polizisten in Bayern. Sie dürfen nun nur Tätowierungen tragen, wenn diese verborgen sind und keine diskriminierenden oder verfassungsfeindlichen Inhalte haben.

Andere Bundesländer handhaben den Umgang mit Tattoos großzügiger: In Berlin oder Baden-Württemberg beispielsweise sind dezente Unterarm-Tattoos bei Polizistinnen und Polizisten erlaubt. Laut einer Studie der Universität Leipzig von 2017 ist mittlerweile jeder fünfte Deutsche tätowiert.