Von Januar bis Oktober dieses Jahres sind knapp 100.000 Migrantinnen und Migranten über das Mittelmeer nach Europa gelangt. Das geht aus Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor. In den vergangenen Jahren haben weniger Menschen die Flucht über das Mittelmeer angetreten. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres zählten die Behörden etwa 155.000, im Jahr davor waren es 338.000.

Anders als in den Jahren zuvor erreichten die meisten Migrantinnen und Migranten 2018 Spanien. 49.000 Menschen seien dort an Land gegangen. Griechenland folgt mit knapp 28.000. Nach Italien kamen in diesem Jahr bisher 22.000 Menschen, die sich auf der Flucht befanden. Es handelte sich meist um Menschen aus Tunesien, Eritrea, dem Sudan, dem Irak, Pakistan sowie Nigeria.

Laut IOM sind bisher etwa 2.000 Menschen beim Versuch der Überfahrt gestorben oder werden vermisst. Zuletzt kamen mindestens 17 Migranten um, als sie versuchten, von Nordafrika aus die spanische Küste zu erreichen. Im Alborán-Meer – dem westlichsten Teil des Mittelmeeres – seien 13 Tote auf zwei Booten geborgen worden, 80 Menschen seien gerettet worden, teilte die spanische Seenotrettung mit. In der Straße von Gibraltar ertranken weitere vier Menschen, als ihr Boot unweit der andalusischen Küste kenterte.

Die Lage für die Migrantinnen und Migranten bleibt insbesondere auf den griechischen Inseln angespannt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief die Regierung in Athen erneut auf, mehr Geflüchtete aufs Festland zu bringen. Auf Samos und Lesbos seien in den vergangenen drei Monaten 11.000 Schutzsuchende gelandet. Die Bedingungen vor Ort seien schlimm. Im Flüchtlingslager Vathi auf Samos harrten 4.000 Menschen aus, obwohl das Camp nur für 650 Personen konzipiert sei. Angesichts des bevorstehenden Winters müsse dringend gehandelt werden, forderte das UNHCR.