Im Nordwesten Kameruns sind mindestens 78 Schüler entführt worden. Neben den Minderjährigen wurden Medienberichten zufolge auch der Direktor der Presbyterian Secondary School in der Regionalhauptstadt Bamenda sowie ein Lehrer und ein Fahrer von unbekannten Bewaffneten verschleppt.

Die Schule bestätigte den Vorfall. Die Entführer hätten bislang kein Lösegeld verlangt, forderten aber die Schließung der Schule, sagte der Vorsitzende der presbyterianischen Kirche Kameruns, Samuel Fonki Forba.

In der Region kämpfen bewaffnete Gruppen für die Unabhängigkeit vom Rest des Landes. Die Mehrheit der rund 23 Millionen Einwohner des zentralafrikanischen Staates Kamerun spricht Französisch, nur eine Minderheit nahe der Grenze zu Nigeria ist anglophon.

Die Minderheit fühlt sich seit Langem von der frankophonen Mehrheit benachteiligt. Der Konflikt ist seit 2017 mit offenen Bestrebungen nach staatlicher Unabhängigkeit eskaliert. Die Behörden reagierten in der Vergangenheit mit brutalen Vergeltungsmaßnahmen auf Angriffe der Rebellen.

Die Massenentführung erinnert an einen Überfall der islamistischen Terrororganisation Boko Haram auf eine Schule im Nordosten des Nachbarlandes Nigeria im Jahr 2014. Damals wurden mehr als 200 überwiegend christliche Mädchen entführt.