In der australischen Stadt Melbourne ist ein Mann mit einem Messer auf Passanten und Polizisten losgegangen. Der Angreifer tötete mindestens einen Mann, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei schoss auf den Angreifer, er starb später im Krankenhaus.

Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Polizeichef Graham Ashton bestätigte, dass entsprechende Ermittlungen eingeleitet wurden. Nach Medienberichten soll der Angreifer Kontakte in die islamistische Szene gehabt haben. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich. In einer von Amaq verbreiteten Erklärung hieß es, der Täter sei ein IS-Kämpfer gewesen und habe auf Staatsbürger der gegen den IS kämpfenden Länder gezielt. Das Bekennerschreiben konnte nicht unabhängig auf Echtheit überprüft werden.

Der Zwischenfall ereignete sich auf der Bourke Street, einer belebten Straße in einem Einkaufsviertel. Die Polizisten seien wegen eines brennenden Pick Ups gerufen worden und dann von einem Mann mit einem Messer attackiert worden, berichtete der Kommissar David Clayton. Mehrere Augenzeugen filmten den Vorfall mit ihren Handys. Zu sehen ist, wie der Mann in der Nähe des brennenden Autos mit einem Messer auf die Beamten losgeht, bevor er niedergeschossen und überwältigt wird. Augenzeugen berichteten von mehreren Explosionen.

Der Mann habe auf der Ladefläche des Pick Ups Gasflaschen transportiert, teilte die Polizei mit. Vermutlich war er mit dem Auto in die Straße gefahren, obwohl dies verboten ist. Der Wagen geriet dann vor einem Geschäft in Flammen. Augenzeuge Markel Villasin berichtete, dass die Polizei "gut zwei oder drei Minuten" versucht habe, den um sich stechenden Mann außer Gefecht zu setzen.

Der Angreifer war der Polizei bekannt

Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Zur Identität des Angreifers machte die Polizei nicht viele Angaben, nur dass er in den 1990er Jahren aus Somalia eingewandert sein soll und dass er der Polizei bereits bekannt war. "Hauptsächlich durch Verwandte, die für uns von Interesse sind", teilten die Behörden mit. Bei dem getöteten Passanten handelt es sich nach Augenzeugenberichten um einen etwa 60 Jahre alten Mann. Von der Polizei gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Bei der Tatwaffe soll es sich um ein Küchenmesser gehandelt haben.

Die Gegend rund um das ausgebrannte Auto in der normalerweise sehr belebten Bourke Street wurde weiträumig abgesperrt. In derselben Straße war 2017 ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. Damals kamen sechs Menschen ums Leben. Der mutmaßliche Täter von damals steht inzwischen vor Gericht. Die Verteidigung behauptet, dass er durch Drogenmissbrauch an einer Psychose litt.