Die spanische Küstenwache und die Polizei haben in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 17 tote Migrantinnen und Migranten entdeckt. Das berichtet die Zeitung El Pais. Demnach wurden nahe der spanischen Nordafrikaexklave Melilla 13 Tote auf einem von zwei Migrantenbooten gefunden. 80 weitere Insassen habe die Küstenwache retten können, darunter fünf Frauen. Sie seien nach Melilla gebracht worden.

Dem Bericht zufolge fand die Polizei zur selben Zeit vier weitere Tote an der andalusischen Küste, nahe der Hafenstadt Cádiz. Die Menschen seien ertrunken, als ihr Boot in der Straße von Gibraltar kenterte. 22 Menschen konnten überleben, nach 17 Vermissten werde weiter gesucht.

Spanien ist mittlerweile das Hauptziel von Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Seit Jahresanfang kamen dort nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 47.000 Menschen an, die meisten in Booten über die westliche Mittelmeerroute. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR gelangten allein im Oktober fast 11.000 Menschen über diesen Weg nach Spanien.

Noch vor wenigen Monaten kamen die meisten Migrantinnen aus afrikanischen Staaten über Libyen nach Italien. Die Regierung in Rom hat das Land jedoch in diesem Jahr systematisch gegen Einwanderer abgeriegelt, unter anderem ließ sie zahlreiche Rettungsschiffe nicht mehr an Land.