Internationale Spitzenpolitiker haben in Paris des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gedacht. Gemeinsam liefen sie entlang der Prachtstraße Champs-Élysées zu einer Tribüne am Fuß des Triumphbogens. Dort stand der französische Präsident Emmanuel Macron neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump.

In seiner Rede warnte Macron vor der Zerbrechlichkeit des Friedens und den Gefahren des Nationalismus. "Die alten Dämonen steigen wieder auf – bereit, ihr Werk von Chaos und Tod zu vollenden", sagte er. "Wenn man sagt 'unsere Interessen zuerst, was auch immer mit den anderen passiert', radiert man das kostbarste Ding aus, das eine Nation haben kann, das sie leben lässt, das sie groß macht und das am wichtigsten ist: ihre moralischen Werte."

Macron rief die versammelten Staats- und Regierungschefs auf, für Frieden und eine bessere Welt zu kämpfen. Als konkrete Bedrohungen nannte er die Klimaerwärmung, Armut, Hunger und Ungleichheiten. Er bekannte sich ausdrücklich zur deutsch-französischen Freundschaft, zur Europäischen Union und den Vereinten Nationen. 

Unter den Vertreterinnen und Vertretern von rund 70 Staaten und internationalen Organisationen waren auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der kanadische Regierungschef Justin Trudeau. Als einer der Letzten traf der russische Staatschef Wladimir Putin ein. Er schüttelte Merkel, Macron und Trump die Hand.

Zu Beginn der Zeremonie läuteten die Glocken der Kathedrale Notre-Dame und der Kirchen von ganz Frankreich – wie auch am 11. November 1918, als damit der Waffenstillstand verkündet worden war. Beim Eintreffen des US-Konvois hatten zwei mutmaßliche Femen-Aktivistinnen versucht, Trumps Ankunft zu stören. Sie wurden von Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen. Rund 10.000 Polizisten sicherten die Gedenkfeierlichkeiten ab.