Elf Millionen Menschen in Deutschland benötigen für ihren Weg zur Arbeit mindestens 30 Minuten, teilt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit. Das entspricht etwa 27 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die für den Hin- und Rückweg mehr als eine Stunde benötigen. 1991 waren es nur 20 Prozent oder acht Millionen. Zwei Drittel der Pendlerinnen und Pendler nutzen den Angaben zufolge das Auto.

Pendlerströme

Wo die Deutschen zur Arbeit fahren.

Als Gründe für den Anstieg langer Arbeitswege nennt das Institut die Zunahme der Zahl berufstätiger Paare. Gerade bei Hochqualifizierten sei es häufig schwierig, an einem Ort zwei passende Jobs zu finden. Auch der Anstieg zeitlich befristeter Arbeitsverträge zwinge mehr Menschen zum Pendeln, da die Betroffenen weniger häufig in die Nähe ihrer befristeten Arbeitsstelle umziehen.

Mit steigender Pendeldauer sinke das persönliche Wohlbefinden, das Risiko für Beschwerden wie Bluthochdruck oder Rückenschmerzen steige. Pendler seien statistisch auch häufiger aggressiv und meldeten sich häufiger krank. Zudem leide das Familienleben unter langen Wegen zum Job.

Im Vergleich von Frauen und Männern pendeln Männer durchschnittlich etwas länger. Trotz eines Wandels hin zu "egalitär-partnerschaftlichen Einstellungen" im Hinblick auf Haushalt, Familie und Arbeit sei das Pendeln von Männern weiterhin eher gesellschaftlich akzeptiert als das von Frauen.