Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart hat der Prozess gegen einen 29-jährigen Terrorverdächtigen begonnen, der einen Anschlag mit einem Fahrzeug in Karlsruhe geplant haben soll. Für den Prozess sind Termine bis ins Jahr 2019 geplant.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten Dasbar W. unter anderem vor, die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) unterstützt zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler habe der Angeklagte vorgehabt, mit einem Fahrzeug einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen. Ab Ende August 2017 habe er die Örtlichkeiten rund um das Schloss ausgekundschaftet. Seit September habe er sich außerdem vergeblich bei verschiedenen Paketdiensten um eine Anstellung als Fahrer beworben.

Weitere Vorwürfe beziehen sich auf eine Reise des Deutschen kurdischer Herkunft in den Nahen Osten. Ende Juli 2016 soll sich W. im Irak dem IS als Mitglied angeschlossen haben. Er sei an Schusswaffen ausgebildet worden und habe für die Miliz in der irakischen Stadt Erbil mögliche Anschlagsziele ausgespäht. Zu seiner Radikalisierung könnte der Prediger Ahmad Abdulaziz Abdullah A. alias Abu Walaa aus Hildesheim beigetragen haben, heißt es von Seiten der Anklage.

Außerdem soll er bereits 2015 Propagandavideos für den IS erstellt und im Internet verbreitet haben. W. wurde schließlich von den Ermittlungsbehörden als Gefährder eingestuft und war intensiv überwacht worden. Der 29-Jährige wurde am 20. Dezember 2017 festgenommen und kam in Untersuchungshaft.