Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat einen 38-jährigen Mann wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Marco K. soll laut Generalstaatsanwaltschaft in Dresden von Januar bis Mai 2015 der Gruppe Oldschool Society (OSS) angehört haben und an der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft beteiligt gewesen sein.

Ziel des Anschlags sei im Mai 2015 ein Asylheim im sächsischen Borna gewesen. Weil die Ermittler mit Durchsuchungen gegen mehrere Mitglieder vorgingen, konnten die Pläne aber vereitelt werden. 

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten im Mai dieses Jahres vom Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernommen. Die Ermittlungen hätten den Verdacht erhärtet, dass sich der Mann "an der Meinungsbildung und den Aktivitäten" der OSS zur Vorbereitung des Anschlags beteiligte. K. lebt nicht in Sachsen und befindet sich derzeit nicht in Untersuchungshaft.

Bereits im März 2017 hatte das Oberlandesgericht München vier Mitglieder der Gruppe zu Freiheitsstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Beim Oberlandesgericht Dresden läuft zudem ein weiteres Strafverfahren gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der OSS wegen Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung. Beide sollen führende Positionen in der Gruppe innegehabt haben.

Als im Mai 2015 Mitglieder der Oldschool Society festgenommen wurden, sprach der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière von einem bedeutenden Ermittlungserfolg. Eine rechtsextreme Vereinigung nach dem Vorbild des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sei verhindert worden.