Libysche Sicherheitskräfte haben in der Hafenstadt Misrata ein Schiff mit Migrantinnen und Migranten geräumt. Nachdem der Großteil der Personen nicht freiwillig von Bord gekommen sei, habe man sie von Bord gebracht, teilte die libysche Marine mit. Insgesamt hätten sich noch 80 Menschen auf dem Boot befunden, zuvor waren bereits 16 Menschen inhaftiert worden, nachdem sie von Bord gegangen waren.

Sechs Personen seien bei der Räumung verletzt worden, sagte der Behördensprecher weiter. Nach Angaben von Human Rights Watch kamen einige von ihnen bereits am Dienstagabend ins Krankenhaus, während andere in ein Gefängnis in Misrata gebracht wurden. 

Die Flüchtlinge hatten zuvor versucht, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. Als die Überfahrt misslang, wurden sie vom Containerschiff Nivin gerettet. Im Hafen von Misrata wollten sie das Schiff jedoch nicht verlassen. Dies begründeten sie damit, dass Libyen zu gefährlich für sie sei.

Auf der Nivin befanden sich laut Ärzte ohne Grenzen unter anderem Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia und dem Sudan. Libyen sei für sie kein sicheres Land, teilte die Organisation mit. Den Menschen drohten Misshandlung, Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit.