Zum ersten Mal seit zehn Monaten hat ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen wieder das Flüchtlingslager Rukban an der syrisch-jordanischen Grenze erreicht. In dem Lager seien bis zu 50.000 Menschen dringend auf Hilfe angewiesen, teilten die Vereinten Nationen mit. Neben Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln werde auch Impfstoff für rund 10.000 Kinder ausgeteilt.

Eigentlich sollte der Konvoi schon vor einer Woche eintreffen, nachdem die Regierung in Damaskus ihre Genehmigung erteilt hatte. Logistische und Sicherheitsgründe verzögerten nach UN-Angaben aber die Hilfslieferung. Eine von den USA unterstützte Rebellengruppe kontrolliert das Gebiet. Im Oktober hatte die syrische Armee das Lager abgeriegelt mit der Begründung, man wolle Schmuggler und Händler daran hindern, dort Geschäfte zu machen.

Letztmals konnten die UN und die Hilfsorganisation Syrisch-Arabischer Roter Halbmond das Flüchtlingslager im Januar dieses Jahres versorgen. Nach UN-Angaben leben dort vor allem Frauen und Kinder. Tausende Menschen seien wegen fehlender Nahrungsmittel und Medizin lebensbedrohlich geschwächt. Örtliche Aktivisten berichteten zudem, zuletzt seien fünf Menschen aufgrund der schlechten Versorgung in dem Lager gestorben.

Der Konvoi im Januar war von Jordanien aus gestartet. Seither hat das Königreich jedoch die Grenze für Hilfskonvois gesperrt und das Gebiet zu einer Militärzone erklärt, nachdem es einen Anschlag auf einen jordanischen Grenzposten in der Nähe gegeben hatte. Das Land, das in den vergangenen Jahren zahlreiche Geflüchtete aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen hatte, weist jede Verantwortung für die Zustände im Lager jenseits der Grenze zurück.