Der 64-Jährige Mexikaner Roberto Moreno Ramos ist im US-Bundesstaat Texas hingerichtet worden. Wie die Behörden mitteilten, wurde das bereits im Jahr 1993 gefällte Urteil im Gefängnis von Huntsville mit einer Giftspritze vollstreckt. Ramos hatte 1992 seine Frau und seine sieben und drei Jahre alten Kinder in der Stadt Progresso nahe der mexikanischen Grenze getötet.

Das Todesurteil gegen Ramos war umstritten. Wiederholt hatten seine Anwälte auf angebliche Gehirnschäden und psychische Probleme ihres Mandanten verwiesen. Der mexikanische Staat und Menschenrechtsorganisationen beklagten, dass Ramos von den US-Ermittlern nicht über sein Recht auf juristische Betreuung durch das mexikanische Konsulat hingewiesen worden sei.

Die mexikanische Regierung verurteilte Ramos' Hinrichtung. Demnach würde die Vollstreckung des Urteils eine "ungeheuerliche Verletzung der Menschenrechte und internationaler Gesetze" darstellen. Auch von UN-Experten kam Kritik.

Mexiko klagte 2003 gegen Todesurteil

Nach einer Klage Mexikos ordnete der Internationale Gerichtshof in Den Haag im Jahr 2003 an, den Fall wieder aufzurollen. Das oberste Gericht der USA wies dies 2008 jedoch zurück. Seither wurden nach Angaben des Informationszentrums zur Todesstrafe fünf mexikanische Staatsangehörige in den Vereinigten Staaten hingerichtet.

Insgesamt wurden in den USA in diesem Jahr bereits 20 Menschen hingerichtet, zehn davon in Texas. Zuletzt wurde der wegen Doppelmordes verurteilte Edmund Zagorski auf dem elektrischen Stuhl in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet.