USA - Zahlreiche Tote bei Waldbränden in Kalifornien Seit Ausbruch der Brände an der Westküste sind mehr als 6.700 Gebäude zerstört worden, mindestens 31 Personen starben. Das Feuer gilt als eines der schlimmsten in der Geschichte des US-Bundesstaates. © Foto: Eric Thayer/Reuters

Die Zahl der Toten in Kalifornien ist nach den verheerenden Waldbränden im Norden und Süden des US-Staats insgesamt auf 31 gestiegen. Sechs weitere Opfer seien in der Stadt Paradise geborgen worden, teilte der zuständige Sheriff Kory Honea mit. Im Norden sind damit 29 Menschen in den Flammen umgekommen. Im Süden in Malibu lag die Zahl der Toten weiter bei zwei.

Der Sheriff sagte, die Leichen seien in Gebäuden und in einem Auto entdeckt worden. Außerdem erklärte er, es gebe inzwischen 228 Vermisste seit dem Ausbruch des Feuers am Donnerstag.

Das über 30.000 Hektar große Feuer nördlich von Sacramento hatte vor allem in Paradise katastrophale Ausmaße angenommen. Die Flammen vernichteten die Kleinstadt fast vollständig, wie mehrere Augenzeugen der New York Times berichteten. Alle 27.000 Einwohner wurden aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Paradise liegt 290 Kilometer nordöstlich von San Francisco. Trotz der großen Distanz war bis nach San Francisco Rauchgeruch wahrzunehmen.

Beim sogenannten Camp Fire sind damit mindestens so viele Menschen ums Leben gekommen wie beim bislang tödlichsten Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens 1933 beim Griffith Park Fire in der Region von Los Angeles. 

Insgesamt arbeiteten mehr als 8.000 Feuerwehrleute gegen drei große Flächenbrände, die über 1.000 Quadratkilometer bedeckten. Auch in Südkalifornien loderten riesige Feuer. In Malibu, wo viele Prominente leben, wurden zwei verbrannte Leichen gefunden, wie die Polizei mitteilte. Ein kleineres Feuer griff die südkalifornische Stadt Thousand Oaks an.

Knapp 180 Gebäude wurden bei beiden Bränden in Südkalifornien zerstört, wie die Behörden mitteilten. Der größere Brand in der Gegend von Malibu war der Feuerwehr nach am Sonntag 337 Quadratkilometer groß.

Trockenheit, wärmeres Wetter, das dem Klimawandel zugerechnet wird, und die Ausdehnung von Wohngebieten in Wälder haben dazu geführt, dass die Jahreszeiten mit Waldbränden größere Zerstörung aufweisen und länger dauern. Eine fünfjährige Dürre in Kalifornien ging im vergangenen Jahr zu Ende, doch auch 2018 war sehr trocken. Weite Teile der nördlichen zwei Drittel des US-Staates seien ungewöhnlich trocken, hieß es in einer Analyse der US-Regierung.