Französische und deutsche Polizisten suchen nach dem Anschlag von Straßburg nach Chérif C. Sie verdächtigen ihn, am Dienstagabend am Rande des Weihnachtsmarkts drei Menschen getötet und dreizehn weitere Personen teils schwer verletzt zu haben.

Chérif C. ist 29 Jahre alt und stammt aus Frankreich. Er wurde am 24. Februar 1989 in Straßburg geboren. Dort wuchs er zusammen mit sechs Geschwistern auf. Er soll einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss abgelegt, aber keine Ausbildung gemacht haben. So berichtet es die Deutsche Presse-Agentur. Nach der Schule habe er bei der Gemeinde gearbeitet, seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist.

Ein Jahr Haft in Deutschland

In den vergangenen Jahren ist Chérif C. sowohl in Frankreich als auch in Deutschland straffällig geworden. Nach Angaben des Pariser Generalstaatsanwalts für Terrorermittlungen, Rémy Heitz, wurde er bereits 27 Mal wegen Diebstählen und Gewalttaten verurteilt, die er in Frankreich, Deutschland und der Schweiz begangen hat. Er wurde mehrfach zu Haftstrafen verurteilt, unter anderem 2008 in Frankreich und 2013 in der Schweiz, jeweils wegen mehrerer Einbrüche. So gehe es aus einem Urteil hervor, berichtet die dpa. Alle Taten habe er zugegeben und vier Jahre Haft abgesessen.

2016 wurde Chérif C. vom Amtsgericht Singen wegen verschiedener Einbruchsdelikte in Verkaufsräume zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und 3 Monaten verurteilt. Das erfuhr ZEIT ONLINE aus Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg. Rund ein Jahr der Strafe saß er in Konstanz und Freiburg ab. Dann wurde er im Frühjahr 2017 nach Frankreich abgeschoben. Im Zuge dessen wurde ihm die Freizügigkeit für die Europäische Union aberkannt. Er hatte kein Aufenthaltsrecht mehr in Deutschland. Den deutschen Behörden ist Chérif C. nicht als radikaler Islamist aufgefallen.

Das Motiv seines mutmaßlichen Angriffs auf Besucher des Straßburger Weihnachtsmarkts ist noch unklar. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts Heitz gehen die französischen Behörden allerdings von einem Terroranschlag aus. Heitz berichtete von Zeugen, die gehört hätten, wie der Verdächtige "Allahu akbar" gerufen habe. Auch der Straßburger Bürgermeister Roland Ries sagte, es handle sich eindeutig um einen Terroranschlag.