Mit einer Razzia ist die Berliner Polizei gegen Teile der islamistischen Szene in der Hauptstadt vorgegangen. Die Beamten durchsuchten in den frühen Morgenstunden mehrere Wohnungen und Räume, darunter auch die As-Sahaba-Moschee im Stadtteil Wedding. Hintergrund der Razzia ist der Verdacht auf Terrorismusfinanzierung, wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mitteilte. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit Beamten des Landeskriminalamtes, darunter auch des Staatsschutzes, und Spezialkräften im Einsatz.

Die As-Sahaba-Moschee zählt das Landesamt für Verfassungsschutz "seit Jahren zu den bekannten salafistischen Moscheen Berlins". Sie gelte als Treffpunkt der salafistischen Szene und habe auch eine überregionale Bedeutung, schreibt der Verfassungsschutz in seinem Bericht von 2017.

Im Fokus der Justiz steht den Angaben nach der 45-jährige Ahmad A., der öffentlich unter dem Namen Abul Baraa als Imam auftritt. Er werde verdächtigt, einem dschihadistischen Kämpfer in Syrien Geld "für den Erwerb von Ausrüstungsgegenständen zur Begehung terroristischer Straftaten zur Verfügung gestellt zu haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, A. habe 500 Euro nach Syrien geschickt. Bei der Razzia seien zudem 15.000 Euro beschlagnahmt worden, was für einen Sozialhilfeempfänger wie A. überraschend viel Geld sei.

Die Polizei beschlagnahmte Datenträger, also Computer, USB-Sticks, Festplatten oder Smartphones. Die Daten sollen untersucht und ausgewertet werden, wie ein Polizeisprecher sagte.