Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat mehr Ärztinnen und Ärzte für Kliniken gefordert. So wie es ab 2019 für Pflegekräfte eine Personaluntergrenze geben werde, solle es auch eine für Ärzte geben, sagte er der Rheinischen Post. Bundesweit seien 5.000 Stellen für Ärzte unbesetzt, sagte er. "Die Arbeitsbelastung ist sowohl für die Pflegekräfte wie auch für die Ärzte im Krankenhaus ausgesprochen hoch." In beiden Berufsgruppen gebe es hohe Burn-out-Quoten. "Die Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern kann nur durch mehr Personal kompensiert werden", sagte er.

Ein Medizinstudienplatz kostet 30.000 Euro

Um das Problem zu lösen, müssten 1.000 zusätzliche Medizinstudienplätze geschaffen werden. "Es ist ein Grundübel, dass die Länder ihren Finanzierungsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen", sagte er. In Deutschland gibt es 9.150 Medizinstudienplätze – neben Ärztepräsident Montgomery fordern auch die Medizinergewerkschaft Marburger Bund und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung seit Jahren, die Studienplätze aufzustocken. Ein Studienplatz in Medizin kostet etwa 30.000 Euro pro Jahr, die Kosten dafür müssen die Bundesländer tragen. Ein Studienplatz für Betriebswirtschaftslehre oder eine Geisteswissenschaft ist deutlich günstiger, er kostet nur etwa 5.000 Euro pro Jahr. 

Personaluntergrenze in der Pflege gilt ab 2019

Vom 1. Januar 2019 an gilt in Krankenhäusern eine Untergrenze für Pflegekräfte. Sie soll zunächst in den Bereichen Intensivstation, Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie gelten. Intensivstationen beispielsweise sollen ab nächstem Jahr 2,5 Patientinnen und Patienten auf eine Krankenpflegerin oder eine Krankenpflegerin kommen, nachts darf eine Fachkraft maximal 3,5 Patientinnen und Patienten betreuen.