Wird man einem Jahr gerecht, wenn man die Eilmeldungen hintereinanderlegt? Also die Nachrichten, die der Redaktion von ZEIT ONLINE zur jeweiligen Zeit als so dringlich erschienen, dass wir sie Ihnen auf Computer und Smartphones verschickt haben. 412 Eilmeldungen hat ZEIT ONLINE bis jetzt in diesem Jahr versendet. Zugegeben: Nicht alle davon halten wir im Rückblick für so drängend.

Fast alle unserer Eilmeldungen 2018 finden Sie in unserer Auflistung wieder. Einige haben wir aussortiert, weil sie zum Beispiel erste Prognosen einer Wahl verkünden, das endgültige Ergebnis aber etwas später kam. Manchmal haben wir zu einem Ereignis mehrere Eilmeldungen verschickt. Zum Beispiel beim Sturmtief Friederike, wo zunächst nur in einigen Regionen und dann in ganz Deutschland der Bahnverkehr eingestellt wurde.

Beim Blick auf die Eilmeldungen fällt als Erstes auf, dass es dieses Jahr deutlich mehr gab als 2017 (311). Ein Grund dafür waren die olympischen Goldmedaillen, die ZEIT ONLINE jeweils eilte. Aber auch Fußballweltmeisterschaft, Bundesliga und Champions League fielen ins Gewicht: Im vergangenen Jahr verschickten wir im Ressortvergleich nach Politik die meisten Eilmeldungen im Sport. Das ist eher ungewöhnlich für uns, der Abstand im Ressortvergleich bleibt aber hoch.

In zwei weiteren Ressorts nahm die Zahl der Eilmeldungen in diesem Jahr deutlich zu: im Bereich Mobilität, in dem vor allem der Dieselskandal und Fahrverbote in mehreren Städten zu Buche schlagen. Im Ressort Kultur wurden dieses Jahr nicht nur Auszeichnungen vermeldet, sondern auch Preise, die nicht vergeben wurden, wie der Literaturnobelpreis oder der Echo. Kulturschaffende, die wie Dieter Wedel Ämter aufgaben, sorgten für ebenfalls für Eilmeldungen.

Die Themen, die ZEIT ONLINE 2018 nachrichtlich am meisten beschäftigt haben, waren allerdings andere. Donald Trump und der Brexit führten zu den meisten Eilmeldungen. Dabei ging es oft um Rücktritte oder Entlassungen von Ministerinnen und Ministern – allein von zwei Brexit-Ministern. In Deutschland beschäftigten vor allem die Regierungsbildung und Besetzung des Kabinetts, aber auch Umbesetzungen: Allein sieben Eilmeldungen gab es zum Fall Maaßen, eine davon, am 23. September: "Hans-Georg Maaßen wird doch nicht Staatssekretär".

Eine eher ungewöhnliche, aber viel beachtete Eilmeldung war die zu Arkadi Babtschenko: Der russische Journalist hatte in der Ukraine seinen Tod vorgetäuscht, angeblich, um seine Verfolger auszutricksen. Noch etwas erklärungsbedürftiger waren da nur noch die Eilmeldungen aus dem Ressort Wissen: Da ging es zum Beispiel um den Fund einer Neutrino-Quelle, Werkzeuge für Gentechnik, die Abschaffung der Zeitumstellung oder den bedeutendsten Mathematik-Preis.

Im Ressort ZEITmagazin haben wir dieses Jahr nur eine Eilmeldung verschickt und diese auch noch aus einem traurigen Anlass: Spitzenkoch Paul Bocuse ist im Alter von 91 Jahren gestorben.