Bei der Explosion einer Bombe in der Nähe eines Busses mit Touristen sind in Ägypten vier Menschen getötet worden. Ein selbst gebauter Sprengsatz sei an einer Straße nahe den Pyramiden von Gizeh explodiert, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Kairo mit.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach Informationen der Staatsanwaltschaft um drei vietnamesische Touristen sowie einen ägyptischen Reiseführer. Elf weitere Menschen seien verletzt worden. In dem Bus waren den Angaben zufolge 14 vietnamesische Touristen unterwegs. Auch der ägyptische Busfahrer wurde demnach verletzt.

Nach Informationen des Innenministeriums sei die Bombe um kurz nach 18 Uhr Ortszeit an einer viel befahrenen Straße im Gebiet Mariutija unweit der bei Touristen beliebten Pyramiden detoniert. Der Sprengsatz sei in der Nähe einer Mauer im Stadtbezirk Haram platziert gewesen. Der Ort des Zwischenfalls wurde von Sicherheitskräften abgesperrt. Ein weißer Bus mit zersplitterten Fensterscheiben wurde abtransportiert, ringsherum waren Trümmer zu sehen. Die Sicherheitsbehörden haben Ermittlungen eingeleitet.

"Bedauernswerter Vorfall"

Der ägyptische Regierungschef Mustafa Madbuli trat nach einem Besuch bei den Verletzten im Al-Haram-Krankenhaus mit den Ministern für Gesundheit und Tourismus vor die Presse. Er nannte den Anschlag einen "bedauernswerten Vorfall".

Angesprochen auf mögliche schädliche Auswirkungen des Anschlags auf die für Ägypten besonders wichtige Tourismusbranche sagte Madbuli, es gebe "kein einziges Land, in dem es keine Angriffe gibt". Solche Gewalttaten könnten sich auch in der Zukunft wiederholen. "Kein Land der Welt kann hundertprozentige Sicherheit garantieren", sagte Madbuli.

In Ägypten kommt es immer wieder zu Terroranschlägen. Das ägyptische Militär kämpft seit Jahren auf der Sinai-Halbinsel gegen islamistische Aufständische. Der Konflikt weitet sich teilweise auch auf andere Landesteile aus. Zuletzt waren bei einem Terroranschlag auf koptische Pilger Anfang November sieben Menschen gestorben. Im Juli 2017 hatte ein Mann im Badeort Hurghada mit einem Messer zwei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet und vier weitere Menschen verletzt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelte es sich bei dem Täter um einen Islamisten.

Wegen der Angriffe waren die Sicherheitsvorkehrungen an Touristenorten in Ägypten verstärkt worden. Die Vorkehrungen rund um die Pyramiden um Gizeh wurden allerdings wiederholt als nicht ausreichend kritisiert.

Die Tourismusbranche leidet unter der Bedrohung: Nach den Umbrüchen des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 waren die Touristenzahlen in Ägypten stark gesunken, hatten sich zuletzt aber leicht erholt. Das Auswärtige Amt warnt dennoch vor einem erhöhten Risiko terroristischer Anschläge. In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin wurde auf den Anschlag auf den Touristenbus hingewiesen. Es bestehe "landesweit weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge", hieß es. Diese könnten sich auch "gegen ausländische Ziele und Staatsbürger" richten. Das Auswärtige Amt riet "generell zu Vorsicht" bei Reisen nach Ägypten.