Zum Jahreswechsel haben mehrere katholische Bischöfe in Deutschland ihren Willen zu einer Erneuerung der Kirche bekräftigt und sich selbstkritisch im Hinblick auf die Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche gezeigt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte, die Notwendigkeit einer Erneuerung sei für die Kirche "gerade in den letzten Jahren und Monaten deutlich geworden angesichts des Versagens und der Unfähigkeit, auf Herausforderungen und Missstände angemessen zu reagieren". Mit Blick auf "das ungeheure Geschehen des sexuellen Missbrauchs" brauche es unabhängige Überprüfung, sagte der Erzbischof von München und Freising. 

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte, sein eigener Glaube sei wie jener vieler Katholiken angesichts des Ausmaßes von sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche erschüttert worden. "Ich hätte mir eine derartige dunkle Seite der Kirche nie vorstellen können. Aber es gibt sie, da ist nichts zu beschönigen", sagte Kohlgraf.

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode sagte: "Das, was wir heute erleben – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – ist keine kurze Episode in der Geschichte der Kirche." Es werde die Kirche vielmehr noch lange begleiten. Das müsse Antrieb sein für neue Überzeugungen und Haltungen. 

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief dazu auf, Fehlverhalten zu bekennen, die Täter zu bestrafen und Wiederholung oder Rückfälle "mit allen Mitteln" zu verhindern. Nötig seien sowohl Reue, Wiedergutmachung und Bekehrung bei jedem Einzelnen als auch Strukturen zu verändern, die solche Taten begünstigten oder deckten.

Papst Franziskus besucht Ambulanz für Obdachlose

Auch Papst Franziskus hat mit einem feierlichen Abendgebet im Petersdom das alte Jahr verabschiedet. Er rief die Gläubigen in seinem traditionellen Vespergottesdienst am Silvesterabend zu Nächstenliebe und Menschlichkeit auf und appellierte, an Menschen in Not zu denken.  

Es gelte "mit Schmerz und Reue zu bedenken, warum auch in diesem zu Ende gehenden Jahr so viele Männer und Frauen unter versklavenden und menschenunwürdigen Bedingungen gelebt haben und immer noch leben", sagte Franziskus. Im Anschluss begab sich Franziskus zu einer neu eingerichteten medizinischen Ambulanz für Obdachlose am Petersplatz.