Die Bereitschaft zur Aufnahme von Einwanderern im eigenen Land ist laut einer Studie weltweit gering. Nur 14 Prozent der Befragten in 27 Staaten hätten die Ansicht bekundet, dass das jeweilige Land mehr Migranten den Zutritt erlauben sollte, teilte das US-Forschungsinstitut Pew mit. 36 Prozent äußerten demnach, die Einwanderung in ihrem Land sollte auf dem aktuellen Niveau bleiben. 45 Prozent unterstützten dagegen die Aussage, dass weniger oder gar keine Einwanderer mehr ins Land ziehen sollten.

In Deutschland bekräftigten der Studie zufolge 58 Prozent letztere Aussage. Hier bekundeten nur 10 Prozent der Befragten die Ansicht, Deutschland sollte mehr Migranten aufnehmen. Noch niedriger waren die Werte laut Pew in Italien (5 Prozent), Ungarn und Griechenland (jeweils 2 Prozent). 

Dort stimmten in der Umfrage große Mehrheiten der Aussage zu, es sollte weniger oder gar keine Immigration mehr geben: In Griechenland äußerten 82 Prozent diese Meinung, in Ungarn 72 Prozent und in Italien 71 Prozent. In diesen Ländern war Zuwanderung in den vergangenen Jahren ein besonders präsentes Thema. Erheblich geringer war die Ablehnung weiterer Einwanderung in den Niederlanden (39 Prozent), Großbritannien (37 Prozent) und Spanien (30 Prozent).

Vor allem im Süden Europas nannten viele Befragte aber auch die Abwanderung Einheimischer, um im Ausland einen Job anzunehmen, als großes Problem. 89 Prozent der befragten Griechen äußerten laut der Studie diese Sorge, in Spanien waren es 88 Prozent der Befragten, in Italien 80 Prozent. In Deutschland wurde Auswanderung dagegen als deutlich geringeres Problem gesehen: Hier bereitete sie nur noch jedem Dritten Sorge. Im Jahr 2002, in dem Pew dieselbe Frage stellte, hatten sich noch 64 Prozent um die Abwanderung von Arbeitskräften gesorgt.

Für die Studie hatte das Pew-Institut in 27 Staaten "Tausende Interviews" im Frühjahr 2018 geführt. Die Forscherinnen und Forscher veröffentlichten die Zahlen erst jetzt, am Tag der UN-Konferenz in Marrakesch, wo die Staaten einen umstrittenen Migrationspakt der Vereinten Nationen annahmen. Der Pakt legt globale Leitlinien vor, um gegen illegale und ungeordnete Wanderungsbewegungen vorzugehen und Migration sicherer für Menschen zu machen. Mehrere Staaten waren dem Treffen ferngeblieben, darunter die USA, Ungarn, Australien und Israel.