Der langjährige Präsident des Bundeskriminalamts, Horst Herold, ist tot. "Die deutsche Kriminalpolizei verneigt sich heute vor einem der prägendsten und innovativsten Kriminalisten der Nachkriegszeit", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler. "Wir alle trauern um Horst Herold und fühlen mit seinen Angehörigen."

Herold starb im Alter von 95 Jahren. Er war von 1971 bis 1981 BKA-Präsident. Seine Amtszeit war vor allem vom Kampf gegen die Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) geprägt.

Herold gilt auch als Erfinder der computergestützten Polizeiarbeit, die später in die bis heute umstrittene Rasterfahndung mündete. Er baute das Bundeskriminalamt in den Siebzigerjahren vor allem in technischer Hinsicht grundlegend um.

So konnte dank des sogenannten Inpol-Systems, dessen Einführung der frühere Staatsanwalt und Nürnberger Polizeipräsident vorantrieb, die BKA-Zentrale schon 1972 in Sekundenschnelle Informationen an die Ermittler weiterleiten.