Das Magazin Der Spiegel hat einen "Betrugsfall" in der eigenen Redaktion offengelegt. In einem Beitrag auf Spiegel Online heißt es, der mehrfach preisgekrönte Reporter Claas Relotius habe Fehlverhalten eingeräumt und seinen Vertrag gekündigt.

Der Redakteur und Autor hatte für den Spiegel unter anderem Reportagen aus den USA, aus Guantanamo und aus Syrien geschrieben. Etwa in der Reportage über einen syrischen Jungen sei vieles "wohl erdacht, erfunden, gelogen". Aufgedeckt worden seien die "gefälschten Texte" von einem Kollegen, dem zunächst kein Glauben geschenkt worden sei.

Das Magazin bat um Entschuldigung bei seinen Lesern, der Familie von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, bei Journalistenkollegen, Preisjurys und Journalistenschulen, Geschäftspartnern und Kunden – und außerdem bei jedem, "der oder die mit falschen Zitaten, erfundenen Details ihres Lebens, in erdachten Szenen, an fiktiven Orten oder sonst in falschen Zusammenhängen in Artikeln von Claas Relotius im Spiegel aufgetaucht sein mögen".

Das Magazin kündigte außerdem an, eine Kommission zu berufen, der auch Externe angehören sollen, um die Vorgänge aufzuklären und um Wiederholungsfälle zu vermeiden. "Ausschließen lassen sie sich, auch bei bestem Willen, nicht", so der Spiegel.

Claas Relotius hat in der Zeit von 2010 bis 2012 auch vier Texte für ZEIT ONLINE und einen für ZEIT WISSEN sowie eine Rezension in unserem Blog Tonträger geschrieben. Die Redaktionen überprüfen derzeit diese Beiträge. In den nächsten Tagen werden wir dazu in unserem Transparenz-Blog Glashaus informieren.