Zwei Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg hat die Polizei eine fünfte Person festgenommen. Auch sie gehöre zum Umfeld des Hauptverdächtigen Chérif C., teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Der Verdächtige selbst sei jedoch weiter auf der Flucht.

Die Festnahme sei bei einer großangelegten Razzia in Straßburg erfolgt, berichteten lokale Medien. Gemeinsam mit deutschen Einsatzkräften habe die französische Spezialeinheit Raid dabei mehrere Viertel der elsässischen Hauptstadt durchsucht. Regierungssprecher Benjamin Griveaux zufolge war es das Ziel, den Verdächtigen zu fassen – "lebend oder tot".

800 Einsatzkräfte suchen nach dem Verdächtigen

Die Razzia ereignete sich vor allem im Straßburger Viertel Neudorf. Dorthin war C. nach dem Anschlag mit einem Taxi geflohen, bevor sich seine Spuren verloren. Zwischenzeitlich suchten nach Angaben der französischen Regierung rund 800 Polizistinnen und Polizisten in Frankreich und Deutschland nach dem Verdächtigen. Präsident Emmanuel Macron erhöhte landesweit die Terrorwarnstufe und stellte zusätzlich 1.800 Soldaten ab, die Straßen und Veranstaltungen sichern sollen.

Chérif C. hatte am Dienstagabend auf einem Weihnachtsmarkt in der Straßburger Innenstadt um sich geschossen. Drei Menschen wurden dabei getötet, zwölf weitere verletzt. Ein weiteres Opfer sei hirntot, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz.

Im Zusammenhang mit der Tat wurden bisher zwei Brüder und die Eltern des Verdächtigen festgenommen. Die fünfte Person sei aber nicht mit ihm verwandt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.