Nach einem Angriff auf einen Gerätestützpunkt des Energiekonzerns RWE hat die Aachener Polizei das sogenannte Wiesencamp der Braunkohlegegner am Hambacher Forst durchsucht. Auch eine Werkstatt in Düren sei Ziel der Razzia gewesen, teilte die Polizei mit. Gesucht worden seien Molotowcocktails und Bolzenschneider sowie Mittel, mit denen Brandsätze zusammengebaut werden könnten, sagte eine Polizeisprecherin. Das Wiesencamp oder die Baumhäuser im Wald zu räumen, sei nicht geplant. Auch würden keine Teile des Waldes gerodet. Die Polizei beruft sich auf einen Durchsuchungsbeschluss des Aachener Amtsgerichts.

Nach Polizeiangaben hatten mehrere Vermummte an Heiligabend und im Verlauf der Nacht zum ersten Weihnachtstag das Sicherheitscamp von RWE im Hambacher Forst mit Molotowcocktails und Steinen beworfen. Dabei gerieten zwei Fahrzeuge in Brand, zwei weitere Autos wurden durch Steinwürfe beschädigt. Einen Tag später verhinderte die Polizei nach eigenen Angaben einen Brandanschlag auf eine Pumpstation. Es wird wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt.

Der Hambacher Forst ist seit Jahren Austragungsort der Debatte um den Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier. Nach der Beseitigung der Baumhäuser wollte RWE im Oktober eigentlich einen Großteil des Waldes für den Tagebau Hambach abholzen. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte aber einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Wald nicht mehr Betriebsgelände, sondern öffentlich zugänglich, und unterliegt dem Forstgesetz.