Bottrop - »Es gab die klare Absicht, Ausländer zu töten« Ein Mann ist in Bottrop und Essen gezielt in Menschengruppen gefahren. Laut dem Innenminister von Nordrhein-Westfalen hatte er rassistische Motive. © Foto: © Marcel Kusc/dpa

Über den mutmaßlichen Täter des Angriffs mit einem Auto auf Passanten in der Silvesternacht sind nur wenige Informationen bekannt. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten mit, dass es sich um einen 50-Jährigen aus Essen handele, der bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten sei. Gegen ihn sei Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes beantragt worden, ein Richter habe diesem stattgegeben.

Sein Name sei Andreas N., er stamme aus Essen, sei arbeitslos und Hartz-IV-Empfänger, berichtet der Tagesspiegel und beruft sich auf Sicherheitskreise. Bei der Vernehmung durch die Polizei habe er geäußert, es sei ungerecht, dass auch arbeitslose Ausländer vom Staat Geld erhalten. Laut der Bild-Zeitung hat er als Gebäudereiniger gearbeitet.

Er habe durchgehend rassistisch geredet, aber auch einen wirren Eindruck gemacht, schrieb der Tagesspiegel weiter. Es gebe Hinweise, dass der Mann wegen Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung war. Möglicherweise liege bei ihm eine Kombination aus rassistischem Hass und psychischer Störung vor. Das sei "ein besonders gefährliches Täterbild". Gerade labile und psychisch angegriffene Menschen seien für extremistische Hetze besonders empfänglich.

Der Mann, der allein lebe, sei in der Vergangenheit mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen worden, berichtet der Spiegel. Er habe nach ersten Erkenntnissen der Ermittler an einer schizophrenen Erkrankung gelitten. Die Ermittlungsbehörden teilten mit, Informationen über eine mögliche psychische Erkrankung zu haben.

Angriffe im Ruhrgebiet

Die vier Tatorte, wo Andreas N. in Fußgängergruppen fuhr

An vier Orten im Ruhrgebiet war der mutmaßliche Täter in der Silvesternacht mit seinem Fahrzeug in Menschengruppen gefahren. Es gab mehrere Verletzte. Der Deutsche hatte die "klare Absicht, Ausländer zu töten", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Fall müsse "sehr ernst genommen werden", es werde mit Hochdruck ermittelt. Der Täter wurde wenig später in Essen gefasst.

Der Mann erschien während der Tat "gut orientiert". Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass der 50-Jährige in ein größeres Netzwerk eingebunden gewesen sein könnte, schreibt der Spiegel weiter. Der Mann sei bisher weder der Polizei noch dem Verfassungsschutz als Extremist bekannt gewesen und sei den Sicherheitsbehörden vor der Tat auch nicht aufgefallen.