In Berlin soll es ab diesem Jahr einen neuen gesetzlichen Feiertag geben. Das Abgeordnetenhaus hat sich dafür auf den Internationalen Frauentag geeinigt und will die Entscheidung am Donnerstag beschließen. Berlin wäre damit das erste Bundesland, in dem der 8. März arbeitsfrei wird.

Die rot-rot-grüne Landesregierung begründete die Einführung des neuen Feiertags mit dem "Nachholbedarf" Berlins. Die Hauptstadt gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen – neun sind es dort aktuell, in Bayern hingegen sind es 13. In diesem Jahr fällt der 8. März auf einen Freitag.

Lange waren sich die Parteien im Abgeordnetenhaus uneinig über das Datum des neuen Feiertags. Der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) brachte in Erinnerung an die Märzrevolution 1848 den 18. März ins Spiel, Politiker der Linken den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus. Die Grünen schlugen unter anderem vor, dass jeder Arbeitnehmer seinen eigenen Feiertag wählen können solle, die CDU sprach sich für jährlich wechselnde Termine aus. Nach langen Diskussionen einigte sich die Regierung aus SPD, Linke und Grünen auf den Internationalen Frauentag.

"Ein ökonomisches Eigentor" für Berlin

Berlins Wirtschaft verweist indes auf die Probleme, die durch den zusätzlichen Feiertag zustande kämen. Ein weiterer arbeitsfreier Tag habe beim Bruttoinlandsprodukt ein Minus von 0,3 Prozent zur Folge und koste Berlin 160 Millionen Euro, teilte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Eder, mit. Deshalb sei die Entscheidung "ein ökonomisches Eigentor".

Die IHK sieht auch den knappen Zeitraum zwischen Gesetzesbeschluss und Feiertag kritisch, weil Unternehmen kurzfristig Lieferketten, Arbeitsprozesse und Dienstpläne anpassen müssten. Für bis zu 180.000 Berliner, die nach Brandenburg pendeln und am 8. März nicht freihaben, könnte der "Inseltermin" zudem schwierig werden: Sie müssen wegen geschlossener Kitas und Schulen etwa eine Kinderbetreuung organisieren.