Die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die Europäische Union ist im Jahr 2018 auf 150.000 gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex in Warschau mitteilte. Der Wert habe um 92 Prozent unter dem Höhepunkt im Jahr 2015 gelegen.

Nach Frontex-Angaben machte sich vor allem bemerkbar, dass im vergangenen Jahr deutlich weniger Migranten versuchten, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen: Mit etwas mehr als 23.000 wurden rund 80 Prozent weniger illegale Grenzübertritte festgestellt als im Jahr 2017. Dagegen verdoppelte sich die Anzahl der Migranten, die über das westliche Mittelmeer Spanien erreichten, auf 57.000. Die meisten Menschen, die hier ankamen, legten in Marokko ab. Unter ihnen waren vor allem Menschen aus Mali, Guinea, Marokko und Algerien.

Auch über die östliche Mittelmeerroute kamen mehr Migranten als im Jahr davor: 56.000 illegale Grenzübertritte registrierte Frontex hier. Das sei ein Anstieg von rund einem Drittel gegenüber 2017. Verursacht wurde dieser Anstieg der Grenzschutzagentur zufolge vor allem dadurch, dass sie Zahl der Migranten stieg, die auf dem Landweg über die Türkei nach Griechenland die EU erreichten. Über die Ostroute seien auf dem Seeweg vor allem Afghanen, Syrier und Iraker gekommen, auf dem Landweg überwiegend Türken.

Frontex hat 2018 erstmals Daten über Geschlecht und Alter der Migranten erhoben. Dabei stellte die EU-Behörde fest, dass 18 Prozent von ihnen Frauen sind. Rund 20 Prozent der Migranten gaben an, unter 18 Jahre alt zu sein.