Ägypten hat einen seit dem 27. Dezember festgehaltenen Deutschen am Freitag in seine Heimat abgeschoben. Der 23-Jährige aus Göttingen war nach Behördenangaben auf dem Kairoer Flughafen unter Terrorverdacht in Gewahrsam genommen worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es, Vernehmungen hätten ergeben, dass der Mann mit ägyptischen Wurzeln ideologischer Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" sei. In Absprache mit der deutschen Botschaft habe er am frühen Morgen einen Flug nach Frankfurt genommen.  

Nach Informationen des Südwestrundfunks ist der 23-Jährige deutschen Behörden als mutmaßlicher Islamist bekannt. Demnach hat er Kontakte in die Hildesheimer Islamistenszene gehabt. Zudem soll es gegen ihn in der Vergangenheit ein Verfahren wegen der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" gegeben haben.

Auf Nachfrage des SWR wollte die Polizeidirektion Göttingen die Information weder bestätigen, noch dementieren. Schriftlich teilte die Behörde mit: "Die Generalstaatsanwaltschaft Celle prüft aktuell einen entsprechenden Anfangsverdacht gegen die Person. Weitergehende Informationen können aus diesem Grunde zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommuniziert werden." Offenbar hatte der 23-Jährige neben der deutschen auch die ägyptische Staatsbürgerschaft. Während seiner Haft in Kairo hatte er nach Angaben seines Vaters die ägyptische Staatsbürgerschaft ablegen müssen, berichtet ZEIT ONLINE-Korrespondent Martin Gehlen.

Ein weiterer Deutscher befindet sich weiterhin in ägyptischem Gewahrsam. Dabei handelt es sich um einen 18-Jährigen aus Gießen, der am 17. Dezember am Flughafen von Luxor festgesetzt wurde. Auch er wird von den ägyptischen Behörden beschuldigt, die Ideologie des IS zu unterstützen.

Ein Sprecher des Bundesaußenministeriums in Berlin sagte, ägyptische Behörden hätten bestätigt, dass sich der 18-Jährige in Gewahrsam befinde. Der deutschen Botschaft sei aber noch kein konsularischer Zugang zu ihm gewährt worden. Deutschen Medienberichten zufolge wollten beide jungen Männer in Ägypten ihre Großeltern besuchen.