Durch einen Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind nach Angaben der Polizei mindestens 21 Menschen getötet worden. Auch der Angreifer sei unter den Toten. 68 Menschen seien verletzt worden.

In der General-Santander-Polizeioffiziersschule fand gerade eine Beförderungsfeier statt. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft schlug ein Spürhund an, als der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Akademie steuerte. Der Fahrer gab Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Ermittlungen zufolge war der Geländewagen mit 80 Kilogramm Sprengstoff beladen. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Ermittler identifizierten den Täter als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann habe unter dem Kampfnamen Mocho Kico 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob die ELN den Angriff angeordnet hatte, war zunächst unklar. Die Führung der Rebellen äußerte sich nicht.

Präsident Iván Duque und Farc-Vertreter verurteilen Anschlag

Kolumbiens Staatschef Iván Duque verurteilte die Tat als "elenden Terrorakt"."Wir Kolumbianer lehnen allen Terrorismus ab und wir stehen zusammen im Kampf gegen ihn", schrieb Duque auf Twitter. Die Kolumbianer gäben der Gewalt nicht nach. Es war der schwerste Anschlag in Bogotá seit dem Friedensschluss mit der Farc-Guerilla 2016.

Auch Vertreter der früheren Farc-Rebellen verurteilten den Bombenanschlag. "Das Attentat auf die Polizeischule General Santander ist sehr bedauerlich. Solidarität mit den Familien der Opfer", schrieb Farc-Senatorin Victoria Sandino auf Twitter. "Wir müssen uns fragen, wer von solchen Aktionen profitiert und welche Ziele sie verfolgen."

Vor einem Jahr wurden bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in der Hafenstadt Barranquilla fünf Beamte getötet und zahlreiche weitere verletzt. Zu der Tat bekannte sich die ELN. Die Regierung setzte die Friedensgespräche mit der Organisation daraufhin aus. Die Wiederaufnahme von Gesprächen macht Präsident Duque von der Freilassung aller Geiseln der Rebellen abhängig. Die Gruppe spricht von "inakzeptablen unilateralen Bedingungen".

Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte den jahrzehntelangen Guerillakrieg mit der Farc im November 2016 mit einem Friedensabkommen beendet. Die Farc-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab, mittlerweile tritt die Gruppe als politische Partei auf. Seitdem ist die ELN die letzte verbliebene Guerillagruppe in Kolumbien. Rund 1.500 Kämpfer gehören zu der Organisation.