Bei einem Angriff auf einen UN-Stützpunkt in Mali sind mindestens zehn Blauhelmsoldaten aus dem Tschad getötet und 25 weitere verletzt worden. Das teilte die UN-Friedensmission Minusma mit. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Attacke als einen "komplexen und feigen Angriff".

Der UN zufolge wurde der Stützpunkt in Aguelhok von zahlreichen bewaffneten Angreifern attackiert. Die Blauhelmsoldaten hätten sich daraufhin zur Wehr gesetzt und zahlreiche Angreifer getötet. Genaue Zahlen nannten die Vereinten Nationen nicht. 

Die dschihadistische Gruppierung Al-Kaida im islamischen Maghreb reklamierte den Angriff für sich. Der mauretanischen Nachrichtenagentur Al-Achbar zufolge war die Attacke eine Reaktion auf den Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Tschad.

Nach Angaben des Leiters der UN-Mission in Mali, Mahamat Saleh Annadif, brauche es nun "ein robustes, sofortiges und koordiniertes Vorgehen aller militärischen Kräfte, um die Gefahr des Terrorismus in der Sahelzone zu beseitigen. "Derzeit sind im Rahmen von Minusma 15.000 UN-Soldaten in Mali stationiert. Auch die Bundeswehr ist beteiligt. Von Gao aus, rund 400 Kilometer südlich von Aguelhok, helfen die Soldaten bei der Stabilisierung des westafrikanischen Landes.

Vor allem im Norden des Landes, geprägt von der Sahara und der südlich angrenzenden Sahelzone, sind zahlreiche islamistische Gruppen aktiv, die nach dem Tuareg-Aufstand 2012 die Kontrolle übernommen hatten. Einige von ihnen haben Verbindungen zu Al-Kaida, andere zum "Islamischen Staat". Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zunächst zurück.