Eine Gruppe bewaffneter Männer hat in Mali ein Dorf überfallen und 37 Menschen getötet. Wie der Sender RFI unter Berufung auf einen Behördensprecher berichtete, ereignete sich der Angriff am frühen Neujahrsmorgen im Dorf Koulogon in der Region Mopti. Die Regierung in Bamako bestätigte den Überfall und die Zahl der Toten später. Bei den Opfern handele es sich um Zivilisten. Es seien auch zahlreiche Häuser niedergebrannt worden.

Nach Angaben des Kommunikationsministers Arouna Modibo Touré befanden sich unter den Toten auch Kinder und ältere Menschen. Im Kurznachrichtendienst Twitter drückte der Politiker den betroffenen Familien sein Beileid aus.

Dem Bericht des Senders RFI zufolge raubten die Angreifer während des Überfalls auch Vieh der Dorfbewohner. Soldaten seien auf dem Weg in die Region, um für Sicherheit zu sorgen. Die Region Mopti liegt etwa 600 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako.

Der Parlamentsabgeordnete Karim Keïta, der Sohn des malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta, sagte, der Angriff habe sich gegen ein Dorf der Volksgruppe der Fulbe gerichtet. In den vergangenen Jahren haben sich die ethnischen Konflikte zwischen den Fulbe, die von Viehzucht leben, und den Dogon sowie den Bambara, die traditionellen Ackerbau betreiben, verschärft.

Dies wird auch mit der Präsenz der dschihadistischen Gruppe des Predigers Amadou Koufa in der Region in Verbindung gebracht. Amadou Koufa war Ende November bei einem Einsatz der französischen und malischen Armee getötet worden. Der Norden Malis ist ein Rückzugsgebiet für mehrere islamistische Terrororganisationen, die auch mit Al-Kaida verbunden sind. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück.

Derzeit sind in Mali 15.500 Soldatinnen und Soldaten der Vereinten Nationen stationiert, die den Staat stabilisieren sollen – darunter rund 1.000 Deutsche. Auch die Überwachung eines innerstaatlichen Friedensabkommens, das 2015 geschlossenen worden war, zählt zu den Aufgaben der UN-Truppen.

Deutschland hat im November zum dritten Mal das Kommando über die EU-Ausbildungsmission in Mali übernommen. Ausgebildet werden sollen Malis Armee sowie die Eingreiftruppe der G5-Sahelstaaten (Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso, Tschad). Für diese Ausbildungsmission sind derzeit knapp 600 Soldaten in Mali stationiert, darunter 150 Deutsche. Insgesamt nehmen 25 Länder an der Mission teil. Für die Bundeswehr ist die UN-Mission in Mali nach Afghanistan der zweitgrößte Auslandseinsatz.