Die Angst vor Altersarmut ist in Deutschland laut einer Studie "sprunghaft gestiegen". Mehr als jede zweite Person mache sich Sorgen um den eigenen Lebensstandard und eine mangelnde Absicherung im Rentenalter, berichtete die Welt unter Berufung auf eine Umfrage der Beratungsgesellschaft EY. Demnach ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozentpunkte auf 56 Prozent gestiegen.

Auch die Angst vor höheren Lebenshaltungskosten und steigenden Energiepreisen hat demnach stark zugenommen. Jeweils rund 70 Prozent der Befragten haben dem Bericht zufolge Angst vor finanziellen Einschnitten – das sind 15 beziehungsweise 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt erreichte die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage in Deutschland aber weiterhin ein hohes Niveau, hieß es weiter. Lediglich elf Prozent der Menschen seien derzeit komplett unzufrieden mit ihrem Auskommen. Allerdings beurteilten nur noch 43 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Lage als positiv. Im Vorjahr seien es noch 49 Prozent gewesen, in den beiden Jahren davor habe diese Zahl sogar die 50-Prozent-Marke überschritten.

Zufriedenheit sinkt im Alter

Die Zufriedenheit mit der Entwicklung des eigenen Lebensstandards gehe dabei mit fortschreitendem Alter zurück. Senioren sind laut der Studie deutlich unzufriedener als der Durchschnitt der Bevölkerung. Lediglich jeder Dritte über 65 ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden. Und nur sechs Prozent gehen davon aus, dass sich die Lage 2019 wieder bessert.

"Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher", sagte Bernhard Lorentz, einer der beiden Autoren der Studie, für die im November rund 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt wurden. Der Experte hält das Ergebnis für alarmierend, angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft: "Zumal die aktuelle Niedrigzinsphase den Aufbau von Vermögen und einer ausreichenden privaten Altersvorsorge enorm erschwert."

Das spiegelt sich auch in den geplanten Ausgaben vieler Deutscher wieder. In den kommenden Monaten werde mehr gespart, geht aus der Studie weiter hervor. Für große Einzelanschaffungen wie Autos, Küchen, Unterhaltungselektronik oder für die Renovierung solle 2019 weniger ausgegeben werden. Nur für Urlaub und Lebensmittel planten die Verbraucher noch höhere Ausgaben.