Wegen starken Scheefalls steigt die Lawinengefahr vor allem in vielen Skigebieten an. In Österreich warnte der Lawinendienst, dass die Anzahl und die Größe der Gefahrenstellen in den österreichischen Alpen zunehme. Wegen des erwarteten, immer dichteren Schneefalls drohten spontane, trockene Lawinen. Zudem herrschte in weiten Teilen des Landes oberhalb der Waldgrenze die zweithöchste Warnstufe. 

Rund 100 Straßen in Österreich waren gesperrt. Auf dem rund 1.800 Meter hohen Loser in der Steiermark haben Schneemassen sogar eine Bergstation fast unter sich begraben. Die Mitarbeiter der Bergbahn kämpften gegen den  Schnee, schrieb das Unternehmen auf Facebook. "Bei den typisch eingewehten Stellen liegt bis zu 10 Meter Schnee", hieß es.

Der Schneefall hat auch negative Auswirkungen für Wintersportler. Nach Angaben des Skiportals Skiresort.de sind aktuell 1.700 Kilometer Piste gesperrt – 5.150 Kilometer sind offen. Laut dem Portal sind 450 Skilifte geschlossen und 1.700 geöffnet. Auch in Bayerns Skigebieten sind zahlreiche Lifte und Pisten gesperrt worden. So waren im Gebiet Brauneck bis auf drei kleine Tallifte alle Pisten und Anlagen geschlossen. "Auf den Bäumen liegt mittlerweile extrem viel und schwerer Schnee", sagte eine Sprecherin des Skigebiets. "Da besteht die Gefahr, dass die Bäume umknicken und auf Pisten und Lifttrassen fallen. Wie lange die Anlagen geschlossen bleiben, können wir nicht abschätzen – es soll ja weiterschneien."

550 Menschen sind eingeschneit

In den österreichischen Gemeinden Pölstal und Hohentauern sitzen Hunderte Menschen fest. Dort wurde am Montag der Katastrophenzustand ausgerufen. In Hohentauern sind derzeit rund 550 Menschen eingeschneit. 
Probleme bereiten zudem immer wieder umgestürzte Bäume. In Ober- und Niederösterreich waren rund 2.000 Haushalte ohne Strom, weil die Stromtrassen unterbrochen waren. An einigen Orten halfen Soldaten des Bundesheers. Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ist vorerst kein Ende der aktuellen Wetterlage in Sicht.

Auch in Deutschland dauern die Schneefälle an. Auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt, dem mit 1-141 Meter höchsten Berg Norddeutschlands, lagen mehr als 75 Zentimeter Schnee, wie ein Experte der dortigen Wetterstation sagte. In den kommenden Tagen wird weiterer Schnee in Sachsen-Anhalt erwartet. 

Der Schneefall im Süden Bayerns werde sich spätestens in der Nacht zum Mittwoch wieder intensivieren, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Das dürfte vor allem Schüler freuen: Vielerorts in Südbayern ist die ganze Woche schulfrei. 

Zum Wochenbeginn hatten die Schneemassen im regionalen Zugverkehr in Bayern zahlreiche Verspätungen und Ausfälle verursacht. 

Auch im Schwarzwald und im Erzgebirge wird neuer Schnee erwartet. In Sachsen soll es auch im Tiefland schneien. Innerhalb von 48 Stunden könne es in höheren Lagen 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee geben.