Schneefall - Die Bundeswehr im Winterdienst Bayern und Sachsen haben weiter mit starkem Schneefall zu kämpfen. Immer mehr Landkreise rufen den Katastrophenfall aus, um die Hilfe der Bundeswehr nutzen zu können. © Foto: Andreas Gebert/Reuters

Das Winterwetter bereitet vielen Menschen in Bayern, Österreich und der Schweiz weiterhin Probleme. Laut Vorhersagen sollen die Schneefälle am heutigen Freitag vorübergehend etwas nachlassen. So bekommen Urlauberinnen und Skifahrer, die in manchen Orten eingeschneit sind, eventuell eine Chance, nach Hause zurückzukehren. Im Raum Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich sitzen noch Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen gesperrt sind.

In Österreich wollen die Einsatzkräfte die kurze Erholungsphase für Erkundungsflüge mit Hubschraubern nutzen, um unter anderem kontrollierte Lawinensprengungen vorzubereiten. Dafür stellten das österreichische Bundesheer und das Innenministerium Helikopter zur Verfügung. Viel Zeit bleibt nicht: Ab Samstagabend sagt der Deutsche Wetterdienst wieder kräftige Schneefälle für den Alpenraum voraus.

Am Donnerstag hatten die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall ausgerufen. Auch im Landkreis Miesbach gilt er. Die Bundeswehr ist vielerorts im Einsatz, um Dächer von den schweren Schneemassen zu befreien oder Eingeschneite mit Lebensmitteln zu versorgen. Gebirgsjäger, Kräfte der Luftwaffe, Streitkräfte und der Sanitätsdienst seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern mit.

In immer mehr Landkreisen in Oberbayern und Schwaben fällt auch an diesem Freitag der Unterricht aus. Zu gefährlich sei der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen, hieß es von den Behörden. Eine Betreuung für die Schüler sei aber vor Ort möglich.

Verkehr stark beeinträchtigt

Auf Straßen und Schienen macht das Schneechaos ein Fortkommen an vielen Orten unmöglich. Noch ist unklar, wann der Zugverkehr in Süd- und Ostbayern wieder aufgenommen werden kann. Viele Verbindungen sind unterbrochen, weil die Bahn auf den verschneiten Strecken mit dem Räumen nicht mehr hinterherkommt. Zahlreiche Straßen sind wegen der Schneemassen und umgestürzten Bäume gesperrt. Viele Helfer sowie auch die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk sind im Dauereinsatz.

Auf der Autobahn A8 haben in der Nacht zu Freitag Autofahrer bei heftigen Schneefällen Stunden im Stau verbringen müssen. Rettungskräfte versorgten die auf der voll gesperrten Autobahn im Bereich des Chiemsees feststeckenden Menschen mit warmen Getränken. Die Autobahn musste nach mehreren Unfällen voll gesperrt werden, eine Reihe von Lastwagen war liegen geblieben. Am Morgen beruhigte sich die Lage.

Auch auf die Fluggäste wirkte sich die Wetterlage aus: Wegen der schwierigen Witterungsverhältnisse wurde am Freitag an den Flughäfen München 90 und in Frankfurt 120 Flüge gestrichen.

Inzwischen ist die Lawinengefahr in weiten Teilen der bayerischen Alpen nach Einschätzung von Experten gesunken. Der Lawinenwarndienst Bayern stuft die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr, also Warnstufe 3. 

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände weist daraufhin, dass das Betreten von verschneiten Wäldern in Süddeutschland zurzeit akute Lebensgefahr bedeuten kann. Die Schneelast lässt viele Bäume abbrechen oder umfallen. Am Donnerstag starb auf diese Weise ein Neunjähriger im Landkreis München.