UN-Generalsekretär António Guterres erhält den Aachener Karlspreis 2019. Guterres sei ein herausragender Streiter für das europäische Gesellschaftsmodell in einer Zeit, in der universelle Rechte und demokratische Grundsätze unter Druck gerieten, teilte die Jury mit. Der frühere portugiesische Ministerpräsident handele in der komplexen globalen Welt auf der Grundlage europäischer Werte, vor allem um Frieden, Freiheit und Demokratie umzusetzen.

"Guterres ist ein Mann der Toleranz, des Dialoges und aus unserer Sicht vor allem der Mitmenschlichkeit", sagte Direktoriumssprecher Jürgen Linden. Der 69-Jährige stehe für offene solidarische Gesellschaften und die Zusammenarbeit von Staaten. Er verkörpere die Erkenntnis, dass kein Staat Aufgaben wie den Klimawandel und Migration allein lösen könne.

Die Preisverleihung findet am Himmelfahrtstag (30. Mai) im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Preisträger 2018 war der französische Präsident Emmanuel Macron.

Die Jury verwies auch auf die frühere Rolle Guterres' als UN-Flüchtlingskommissar, in der er sich für die Einhaltung von Menschenrechten und die Menschenwürde der Schutzsuchenden eingesetzt habe. Die spätere Wahl zum UN-Generalsekretär sehe das Direktorium als Bekenntnis der Weltgemeinschaft, Menschen, die auf der Flucht vor Bürgerkrieg, Hunger und Elend sind, eine Perspektive zu geben und Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen.

Unter UN-Generalsekretär Guterres war im Sommer ein weltweiter Migrationspakt verabschiedet worden. Mit dem Pakt wurden erstmals globale Leitlinien für die internationale Migrationspolitik verabredet. Er soll helfen, die Bewegung von Flüchtlingen besser zu organisieren und Rechte der Betroffenen zu stärken.