Winter - Schnee sorgt für erhebliche Verkehrsprobleme In Teilen Bayerns und Sachsens ist es zu heftigen Schneefällen gekommen. Der Bahnverkehr wurde eingestellt, zudem sitzen Hunderte Menschen fest. © Foto: Tobias Hase/dpa

Der Schneefall in Bayern und Österreich sorgt weiter für Beeinträchtigungen. In Südbayern sind die Siedlungen Buchenhöhe in Berchtesgaden und die Gemeinde Jachenau wegen Schnees weitgehend abgeschnitten, aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt. Auch in Österreich sind immer mehr Orte nicht erreichbar – unter anderem Galtür in Tirol. In großen Teilen des Bundeslandes Salzburg gilt die höchste Warnstufe.

Die Deutsche Bahn wollte über Nacht mit Baggern und Radladern Schneemassen aus den Bahnhöfen Miesbach, Schaftlach in Waakirchen und Schliersee abtransportieren, damit die Züge wieder fahren können. Bahnreisende müssen im Laufe des Tages weiter mit Verspätungen rechnen: An vielen Strecken sind durch die Schneelast Bäume auf die Gleise gefallen. Die Strecke zwischen München und Salzburg ist laut Bahn frei.

Auch in Sachsen sorgt der Schneefall für Behinderungen im Bahnverkehr. Wie die Länderbahn mitteilte, geht auf einigen Strecken in Ostsachsen und im Vogtland wegen umgestürzter Bäume und Schneeverwehungen nichts mehr. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz sind wegen Baumstürzen komplett gesperrt. Laut dem Bahnunternehmen sei die Räumung der Strecke nach Görlitz schwierig, da das Befahren des Waldes lebensgefährlich sei; in Richtung Zittau würde die Trasse geräumt werden. Ein Ersatzverkehr sei aufgrund der Witterungslage nicht möglich.

Durch Glätte kam es auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen. So mussten etliche Autofahrer die Nacht auf der A72 bei Hof verbringen – der Verkehr staute sich auf rund 20 Kilometern. Am Dreieck Vogtland war ein Lastwagen ins Schleudern geraten und hatte sich quergestellt.

16-Jähriger stirbt bei Lawinenunglück

Mit dem starken Schneefall steigt auch das Risiko für Lawinen. Am Mittwoch wurden sechs deutsche Schüler aus Halle im österreichischen Skigebiet Wildkogel von einer Lawine erfasst, sie blieben aber fast alle unverletzt. In St. Anton wurde ein 16-jähriger Deutschaustralier beim Skifahren von einer Lawine verschüttet und starb. Derzeit gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Abseits gesicherter Skipisten sollte sich nur bewegen, wer auch beurteilen kann, wie sicher es dort ist. 

Für viele Kinder vor allem in Oberbayern bedeutet der Schneefall Schulfrei. Immer mehr Landkreise lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen – manchmal flächendeckend, manchmal nur an einzelnen Schulen. Die Lehrer müssen sich laut Kultusministerium dennoch im Schulgebäude aufhalten. Für sie gilt nicht nur eine Dienstpflicht, sie müssen auch diejenigen Schüler betreuen, die trotz schwieriger Bedingungen in die Schule kommen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum weiter mit Schnee zu rechnen. Eine aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.