Elin Ersson ist zu einer Geldstrafe von umgerechnet 290 Euro verurteilt worden. Die damals 21 Jahre alte Schwedin hatte sich am 23. Juli 2018 des vergangenen Jahres am Flughafen von Göteborg in den Gang eines Passagierflugzeugs nach Istanbul gestellt und damit dessen Abflug verhindert. An Bord war ein 52-jähriger Afghane, dessen Abschiebung sie aufhalten wollte. Ersson hatte sich bei der Aktion live gefilmt, das Video wurde weltbekannt. Später stellte sich allerdings heraus, dass Ersson sich eigentlich hatte für einen anderen Mann einsetzen wollen, und dass der Mann, mit dem sie das Flugzeug schließlich wieder verlassen durfte, vorbestraft war.

Ungeachtet dessen wurde sie am Montag vor einem Gericht in Göteborg wegen Verstoßes gegen das schwedische Luftfahrtgesetz verurteilt. Ihr Verteidiger kündigte unmittelbar nach der Verurteilung an, in Berufung gehen zu wollen.  

In der Anklage war Ersson vorgeworfen worden, sich bei ihrer Aktion nicht an die Anweisungen des Flugzeugpersonals gehalten und damit strafbar gemacht zu haben. Da es sich aber um keine schwerwiegende Tat gehandelt habe, sei eine Geldstrafe angemessen. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Tage Gefängnis gefordert. Ersson selbst, die sich mit einer Gruppe schon zuvor gegen Abschiebungen engagiert hatte, stritt ab, mit ihrer Aktion eine Straftat begangen zu haben.