Der Energiekonzern RWE hat für den Hambacher Forst unabhängig von anstehenden Gerichtsentscheidungen einen Rodungsstopp bis 2020 zugesagt. Das Unternehmen habe die Entscheidung, bis Frühjahr 2020 nichts abzuholzen, auf Bitten der nordrhein-westfälischen Landesregierung im Sinne einer Befriedung der Konflikte getroffen, heißt es in einer Erklärung des Energiekonzerns. Danach dürfte erst im Herbst wieder gerodet werden. 

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bestätigte die RWE-Angaben. "Ab heute gilt ein Rodungsmoratorium für den Hambacher Forst", sagte er. Ihm zufolge gilt das Moratorium bis zum Herbst, also bis zur nächsten Rodungssaison.

Damit stellt sich das Energieunternehmen hinter die Empfehlungen der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Braunkohle, die den Erhalt des seit Langem umkämpften Hambacher Forsts als "wünschenswert" bezeichnet hatte. Auch Laschet schloss sich diesem Appell an.

Zugleich forderte der Ministerpräsident die Waldbesetzerinnen und -besetzer erneut dazu auf, das umkämpfte Waldstück nun zu verlassen. "Alle Seiten sind jetzt aufgefordert, Zeichen der Verständigung zu setzen."

Der Hambacher Forst ist seit Jahren Austragungsort der Debatte um den Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier. Umweltschützer protestierten in dem Waldgebiet zwischen Köln und Aachen gegen die weitere Nutzung von Braunkohle zur Stromerzeugung. Der RWE-Konzern will einen Teil des Hambacher Forsts roden, um den benachbarten Tagebau Hambach zu vergrößern. Zuletzt verhängte das Oberverwaltungsgericht Münster per Eilbeschluss einen vorläufigen Rodungsstopp.