Loveparade-Prozess - Verfahren gegen sieben Angeklagte eingestellt Für sieben von zehn Beschuldigten wurde der Prozess um die Loveparade-Katastrophe eingestellt. Das Duisburger Landgericht verhängte keine Auflagen oder Geldstrafen. © Foto: Roland Weihrauch/dpa

Achteinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat das Duisburger Landgericht das Strafverfahren gegen sieben von zehn Angeklagten eingestellt. Das Gericht verhängte weder Strafen noch Auflagen gegen sie. 

Drei Angeklagte, die eine Geldauflage in Höhe von etwa 10.000 Euro hätten zahlen sollen, hatten eine Einstellung abgelehnt. Gegen sie geht der Prozess nun weiter, wie das Gericht mitteilte.

Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg wurden in einem Gedränge 21 junge Menschen zu Tode gedrückt und mehr als 650 verletzt. Allen Angeklagten waren unter anderem fahrlässige Tötung und schwere Planungsfehler vorgeworfen worden. Der Prozess hatte im Dezember 2017 begonnen.

Das Gericht hatte Mitte Januar vorgeschlagen, das Verfahren einzustellen. Die individuelle Schuld der Angeklagten sei gering oder allenfalls als mittelschwer anzusehen. Neben Planungsfehlern sieht das Gericht ein kollektives Versagen vieler Personen am Veranstaltungstag als mitverantwortlich für das Unglück.

Im Juli 2020 wäre die Tat verjährt

Die Staatsanwaltschaft stimmte dem Vorschlag zu und nannte als Grund für die Zustimmung unter anderem auch
den Umstand genannt, dass am 28. Juli 2020 die Verjährung eintritt. Das nach dem Gesetz für ein Urteil erforderliche Beweisprogramm könne bis dahin auch bei größter Anstrengung nicht absolviert werden, hieß es. So müssten die meisten der im zentralen Sachverständigengutachten genannten 575 Zeugen noch vernommen werden. In den vergangenen 14 Monaten hat das Gericht 59 Zeugen und acht Sachverständige vernommen.

Mehrere Nebenklageanwälte hatten die Einstellung vorab kritisiert. Nach wie vor bestehe ein öffentliches Interesse an einer Aufklärung, argumentierten sie. Der Vater eines getöteten Loveparade-Besuchers hatte sich unmittelbar vor der Entscheidung des Gerichts noch gegen die Einstellung des Verfahrens gewehrt und dem Gericht Fehler vorgeworfen. 

Unter den sieben Beschuldigten, für die der Prozess nun endet, sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg sowie ein Mitarbeiter des Loveparade-Veranstalters Lopavent. Die drei Angeklagten, für die der Prozess weitergeht, waren ebenfalls bei Lopavent beschäftigt.