Der US-Sänger R. Kelly ist wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. Wie die Chicago Tribune und die Chicago Sun-Times übereinstimmend berichten, liegt gegen den 52-Jährigen in Chicago ein Haftbefehl vor. R. Kelly soll demnach am 8. März erstmals vor Gericht erscheinen. Laut Staatsanwaltschaft geht es um zehn Punkte, von denen sich neun auf den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Alter von 13 bis 16 Jahren beziehen.

Zuvor war laut dem Anwalt Michael Avenatti ein neues, 45 Minuten langes Video aufgetaucht, das den R&B-Sänger beim Sex mit einem 14-jährigen Mädchen zeigen soll. Er habe es den Ermittlern übergeben. In dem Video soll das Alter des Mädchens erwähnt sein, es soll R. Kelly demnach bekannt gewesen sein. Unklar ist, ob zwischen dem Video und der Anklage ein direkter Zusammenhang besteht.   

Der Musiker soll seine Opfer psychisch und physisch missbraucht und zum Teil wie Sklavinnen gehalten haben. Die Vorwürfe sind nicht neu, sie erhielten in den USA in diesem Jahr aber durch die Dokumentation Surving R. Kelly neue Aufmerksamkeit. Der Musiker streitet die Vorwürfe ab und sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne. Er ist nicht vorbestraft, wurde aber schon wiederholt beschuldigt. Berichten zufolge hat das Musiklabel RCA die Zusammenarbeit mit ihm beendet. In New York gab es Demonstrationen gegen ihn. Künstlerinnen wie Lady Gaga bedauerten, mit ihm zusammengearbeitet zu haben.  

Schon Mitte der Neunzigerjahre wurde bekannt, dass R. Kelly heimlich eine damals erst 15 Jahre alte Sängerin geheiratet haben soll. Die Ehe wurde später annulliert. 2002 klagten ihn Behörden in Chicago wegen Kinderpornografie an, weil er auf einem Video beim Sex mit einer Minderjährigen zu sehen gewesen sein soll. Die dort zu sehende Frau sagte allerdings nicht gegen ihn aus, aus Mangel an Beweisen wurde der Musiker freigesprochen.